Brötchen statt Gewalt: Polizei 52 Mal gerufen

Ulrike Stentzler (li.) und Inge Diekmann mit Bäckereiverkäuferin Mandy Pose (re.).
Ulrike Stentzler (li.) und Inge Diekmann mit Bäckereiverkäuferin Mandy Pose (re.).

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22. November 2016, 13:09 Uhr

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“ heißt die Aktion der Gleichstellungsbeauftragten mit der Bäckerinnung und zahlreichen Hilfsorganisation. Auch die Bäckerei Zingelmann in Lütjensee spendierte 100 Brötchen, die von der Gleichstellungsbeauftragten Inge Diekmann und Bürgermeisterin Ulrike Stentzler zusammen mit Infomaterial an Frauen verteilt wurden. In Stormarn wurde die Polizei in diesem Jahr 52 Mal bei Gewaltdelikten gerufen und sprach 18 Wegweisungen aus. 2015 suchten 48 Frauen mit 38 Kindern im Frauenhaus Stormarn Schutz.

Inge Diekmann ist auch ab und zu konfrontiert mit dem Problem: „Etwa fünf Frauen im Jahr wenden sich an mich. Ich schicke sie dann weiter zu den Hilfsorganisationen.“ Bürgermeisterin Ulrike Stentzler, die im Jugendhilfeausschuss des Kreises sitzt, ist das Problem bekannt: „Durch die Ämter bin ich oft auch Vertrauensperson und durch den Ausschuss kenne ich einige prekäre Familienverhältnisse. Manchmal reicht schon ein Gespräch, um zu helfen und auf Angebote aufmerksam zu machen.“ Oft seien Schulden, Belastungen bei der Arbeit und Probleme mit den Kindern Auslöser für Gewalt.

Rund um den internationalen Tag gegen Gewalt am 25. November finden im ganzen Land Aktionen statt. Die Broschüre „Nur Mut – Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“ ist unter www.schleswig-holstein.de herunterzuladen. Sie ist in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer und arabischer Sprache verfasst. Das zentrale Hilfetelefon hat die Nummer (0800) 011  6016.

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