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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 20:55 Uhr

Bad Oldesloe : Braucht Stormarn feste Blitzer?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kreisverwaltung antwortet auf Fragen aus der Politik. Gemeinden melden 34 Stellen, wo sie gerne „Starenkästen“ hätten.

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 06:03 Uhr

Im Verkehrsausschuss im April hatte die Verwaltungsvorlage für fest installierte Blitzer für einigen Wirbel gesorgt. Zur Sitzung heute um 18.30 Uhr im Raum D  132 der Mommsenstraße 11 liegen die Antworten zum Fragenkatalog der Politiker vor. Die wollten wissen, wie die vorhandene mobile Messanlage eingesetzt wird, was die Vorteile fester Blitzer sein sollen und was sie kostet, wo es Gefahrenstellen oder Unfallschwerpunkte gibt und aus welchen Gemeinden Anfrage auf zur Tempokontrolle vorliegen.

Der Kreis betreibt seine mobile Messanlage gemeinsam mit der Polizei im Zwei-Schicht-Betrieb. 2014 gab es 325 Einsätze, 2015 und 156 waren es 266 bzw 252 weniger Einsätze. Da es 220 Messstellen im Kreis gibt, bedeutet das im Umkehrschluss, dass fast alle nur einmal im Jahr angefahren werden können. Die rückläufigen Zahlen seien auf längere Ausfallzeiten beim Personal und technische Probleme mit der Eso-Anlage zurückzuführen, so die Verwaltung. Mit der Technik aus dem Jahr 2012 und dem Personal von je vier Leuten von Kreis und Polizei sei eine Ausweitung auf einen 24 Stunden/Sieben Tage-Betrieb nicht möglich,

Von den 436  854 im vergangenen Jahr gemessenen Fahrzeuge waren 47  576 zu schnell. Das entspricht knapp elf Prozent. Es wurden 44  191 Verwarnungen ausgesprochen, 3385 Anzeigen geschrieben und 187 Fahrverbote ausgesprochen. In Geld lässt sich das nicht so einfach umrechnen, da Verwarngelder zunächst dem Land zustehen und die Bußgelder aus Tempokontrollen auf der Autobahn noch hinzukommen.

Ein moderner „Starenkasten“ würde gut 100  000 Euro kosten. Hinzu kämen Kosten für Betreuung und Wartung sowie Bearbeitung der Verstöße. Nach Informationen aus anderen Kreisen würden sich die Kosten eines festen Blitzer in vier bis sechs Monaten amortisieren, danach würden die Einnahmen sinken, weil die Standorte dann bekannt seien. Damit werde dann der Zweck erreicht: Verkehrssicherheit, Lärmschutz und „Hebung der Verkehrsmoral“.

Wo es Gefahrenstellen gibt, könne man abschließend noch nicht beurteilen, so die Kreisverwaltung, Unfallschwerpunkte gebe es in Stormarn jedenfalls nicht. In vielen Gemeinden scheint man das anderes zu sehen. Die wurden angeschrieben um mitzuteilen, wo es Gefahrenstellen gebe, die eine stationäre Tempomessanlage rechtfertigen würden.

34 Stellen wurden genannt. Gleich mehrere Stellen fanden Pölitz und Brunsbek (vier), Braak Tangstedt, Siek, (drei),sowie Badendorf, Siek und Stapelfeld (zwei). Acht der 34 genannten Orte sind bereits Messstellen, die Ortsdurchfahrten von Kronshorst und Langelohe und der Wiemerskamper Weg in Tangstedt könnten es werden.

„Wenn uns mitgeteilt wird, dass gerast werde, messen wir, ob das zutrifft“, sagt Jörg Konkat, Fachdienstleiter im Oldesloer Bezirksrevier, das für Geschwindigkeitsüberwachung zuständig ist. Bei einer entsprechenden Zahl von Fahrzeugen und Verstößen wird das dann eine neue Messstelle.

Erhöhung der Verkehrssicherheit, Lärmreduzierung und Hebung der Verkehrsmoral („erzieherischer Effekt“) nennt die Kreisverwaltung als Vorteile. Im nächsten Schritt wäre zu „prüfen, welche der genannten Stellen sich für eine stationäre Anlage eignen.“

Laut der Richtlinie für die polizeiliche und die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung sollen feste Blitzer ausschließlich an Unfallhäufungslinien und an Gefahrenstellen, wie Kuppen eingesetzt werden. Die Landespolizei betreibt keine festen Blitzer. „Ich halte nichts davon“, sagt Kay-Uwe Güsmer, der in der Polizeidirektion Ratzeburg für Verkehr zuständig ist, „die sind den Autofahrern nach kurzer Zeit bekannt. Deshalb setzt die Landespolizei auf mobile Geräte, Videowagen und Laserpistolen.

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