Erotik-Boom : Bordell und Hotel für Seitensprung geplant

Grundstück mit besonderen Reizen: Schon wieder will sich ein Sexunternehmen in Reinfeld nieder lassen.
Grundstück mit besonderen Reizen: Schon wieder will sich ein Sexunternehmen in Reinfeld nieder lassen.

Ein weiteres Mal müssen sich Reinfelder Stadtverordnete mit einem Bauantrag aus dem Rotlichtgewerbe befassen. In der kommenden Woche ist der Plan für das Gewerbegebiet ein Thema im Bauausschuss.

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15. November 2013, 06:00 Uhr

Reinfeld | Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Stadtverordneten über den Bau eines FKK-Sauna-Clubs mit Wellness-Hotel im Gewerbegebiet an der Autobahn entscheiden mussten. Damals wurde eine Zurückstellung des Bauvorhabens erwirkt. Dadurch wurde das Vorhaben für ein Jahr erst einmal auf Eis gelegt. Nun gibt es einen neuen Interessenten für das Grundstück hinter Aldi und Markant an der Barnitzer Straße 2 direkt an der Wohnstraße Krögerkoppel gelegen. Dieser möchte dort in zentraler Lage an der A1 ein Flachdach-Gebäude mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern mit vier Etagen errichten. Im ersten und zweiten Obergeschoss soll ein klassisches Bordell mit insgesamt 30 Zimmern betrieben werden – nach diversen Gerichtsurteilen als „Gewerbebetrieb aller Art“ zulässig in einem Gewerbegebiet wie dem an der Autobahn in Reinfeld. Im dritten Obergeschoss ist zudem ein so genanntes Stundenhotel, auch „Seitensprunghotel“ genannt, mit 16 Zimmern geplant. Im Antrag heißt es: „Hier sollen speziell eingerichtete Hotelzimmer („Mottozimmer“) stundenweise an Hotelgäste vermietet werden, die sich für zwei, vier, sechs Stunden oder auch länger mit einem (nicht notwendig, aber regelmäßig außerehelichen) Partner außerhalb der Öffentlichkeit zu einem amourösen Abenteuer zurückziehen wollen.“

Im Erdgeschoss sollen ein Erotik-Shop als „Spezialeinzelhandelsgeschäft“ sowie ein angegliedertes Restaurant eröffnen. Insgesamt sind 45 Parkplätze am Haus geplant. Auf der Restfläche des Grundstücks ist ein Gewerbebetrieb zu einem späteren Zeitpunkt avisiert.

Der Bauausschuss regte beim ersten Antrag eines Interessenten im August an, die Zulässigkeit verschiedener Arten von Vergnügungsstätten – gedacht war dabei insbesondere an Gewerbebetriebe mit „sexuellem Charakter“ – über eine B-Plan-Änderung zu steuern. Es bestünde sonst die Gefahr, dass sich der Charakter des Gebiets ungewollt verändere. Das Verfahren wurde eingeleitet. Die Verwaltung schlägt daher auch für das neue Bauvorhaben eine Zurückstellung im Einzelfall und eine Veränderungssperre vor.

Am Mittwoch, 20. November, ab 19.30 Uhr beschäftigen sich die Mitglieder des Bauausschusses im Mehrzweckraum der Immanuel-Kant-Schule mit der Bauvoranfrage für Bordell, Erotik-Shop und Stundenhotel. Am Mittwoch, 4. Dezember, beschließt die Stadtverordnetenversammlung über die Vorschläge.

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