Bad Oldesloe : Bombendrohung zur Eröffnung

Alle raus aus der Disco: Nach einer Bombedrohung räumte die Polizei die 'Nachtschicht'.  450 Eröffnungsgäste mussten das Gebäude verlassen.  Foto: mindwired
Alle raus aus der Disco: Nach einer Bombedrohung räumte die Polizei die "Nachtschicht". 450 Eröffnungsgäste mussten das Gebäude verlassen. Foto: mindwired

Polizei räumt Diskothek "Nachtschicht" / 450 Gäste in Sicherheit gebracht / Kriminalpolizei ermittelt

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08. September 2012, 08:21 Uhr

Bad Oldesloe | Das nennt man wohl eine bombige Eröffnungsfeier. In der Nacht zu gestern wollte die neue Discothek "Nachtschicht" in der Industriestraße eigentlich "Grand Opening / Part 1" feiern. Doch dann rückte die Polizei an und die Party war erst mal vorbei.

Gegen 23.30 Uhr hatte sich ein anonymer Anrufer aus einer Telefonzelle bei der Polizei gemeldet und detailliert angekündigt, wenn der Laden in einer Stunde so richtig voll sei, werde eine Bombe hochgehen. "Solche Sachen nehmen wir grundsätzlich ernst", lässt Polizeisprecherin Sonja Kurz keinerlei Zweifel aufkommen. Sofort wurden diverse Polizeifahrzeuge und ein Rettungswagen in die Industriestraße beordert. Passanten hatten den Eindruck, es handele sich um eine Razzia. Doch die Lage war deutlich ernster.

Die Veranstalter wurden aufgefordert, über Lautsprecher eine Räumung des Gebäudes zu veranlassen. "450 Leute können nicht alle durch den Hauptausgang raus", erklärt die Polizeisprecherin. Deshalb seien alle vier Fluchtwege genutzt worden. Sonja Kurz: "Das hat Gott sei Dank alles so gut geklappt, wie man sich das in der Theorie vorstellt." Polizeibeamte hätten die Discogäste nach draußen begleitet und aus dem Gefahrenbereich geführt. Das sei "friedlich und gesittet" abgelaufen. "Wir müssen sicherstellen, dass alle raus sind", schildert Kurz das Vorgehen: "Dann wird abgewartet." Um 0.10 Uhr sei die Räumung abgeschlossen gewesen. Da zum angekündigten Zeitpunkt keine Explosion kam, wurden das Gebäude und das angrenzende Gelände mit Bomben-Spürhunden aus Lübeck und Neumünster durchsucht. Ohne Ergebnis. Kurz vor 1 Uhr konnten die Sicherheitsmaßnahmen dann aufgehoben und weiter gefeiert werden.

Ob hinter der Bombendrohung ein unüberlegter Scherz oder eine gezielte Aktion beispielsweise eines Konkurrenten steckt, ist noch nicht bekannt. Die Kripo Bad Oldesloe ermittelt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Sonja Kurz: "Das ist kein Spaß, sondern ein Straftatbestand, der mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann." Sollte der Täter ermittelt werden, wird er wohl auch noch die Kosten des Einsatzes zu tragen haben.

Die beiden Betreiber Björn und Thore Peemöller waren gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Seit Mai haben sie die leer stehende Halle hinter einer Spielothek in einen Tanzpalast umgebaut. Im Innern ist quasi eine Skihütte entstanden, ein Motiv, das schon am Eingang aufgenommen wird. Auf zwei Ebenen sollen unterschiedliche Musikrichtungen gespielt werden. 750 000 Euro sollen investiert worden sein. Türsteher sollen am Eingang streng auf Alter und Aussehen der Gäste achten.

Donnerstags und freitags ist das Mindestalter 18 Jahre, sonnabends müssen Besucher mindestens 25 Jahre alt sein. Im Internet wurde bereits kritisiert, dass angeblich fremdländisch aussehende Gäste abgewiesen worden sein sollen.

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