Bogomil - Blättern in die Seele geschaut

Eine Arbeit von Jürgen Koch  aus Siek, alias Bogomil, die in Glinde zu sehen sein wird. Foto: st
Eine Arbeit von Jürgen Koch aus Siek, alias Bogomil, die in Glinde zu sehen sein wird. Foto: st

Der Kunstverein Glinde und die Sönke-Nissen-Park-Stiftung präsentieren im August Malereien von Jürgen Koch aus Siek, der unter dem Künstlernamen Bogomil arbeitet.

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30. Juli 2009, 09:51 Uhr

Glinde | Unter dem Titel "Blättern in die Seele geschaut - Eine Brücke von der Wissenschaft zur Kunst" wird die Kunst-im-Gutshaus-Ausstellung am Donnerstag, 6. August, um 19.30 Uhr im Kaminraum des Gutshauses Möllner Landstraße 53 eröffnet.

Silke Löbbers von der Sönke-Nissen-Park-Stiftung wird begrüßende Worte im Namen der Veranstalter sprechen. Die Laudatio auf den Künstler und sein Werk hält Dr. Petra Schwarz, Leiterin des Loki Schmidt-Hauses der Universität Hamburg. Den musikalischen Rahmen zur Vernissage setzen "Frau Müllers Freunde" mit Blues, Folk und Gospel (Gitarren und Cello).

Jürgen Koch wurde 1942 in Hamburg geboren und beschäftigte sich schon mit zwei Jahren am liebsten mit Farbstiften, Papier und Modelliermasse. Nach einer Lehre als Schilder- und Transparentmaler folgte eine Ausbildung im grafischen Gewerbe. "Die Kunst verlor ich in all diesen Jahren niemals aus den Augen, und sogar mit dem heute in Freiburg lebenden Künstler Peter de Mer durfte ich einige Zeit zusammenarbeiten," schildert Koch.

1987 zog Jürgen Koch nach Siek, kaufte sich ein Reihenhaus und richtete sein erstes kleines Atelier im Dachgeschoss ein. Der Plan, an der Kunsthochschule zu studieren, schlug fehl, weil seine Arbeiten nicht angenommen wurden. "Spätestens von diesem Zeitpunkt an bin ich meinen Weg allein gegangen." Und der begann mit Kopien alter Meister wie Monet, Marc, Renoir, Degas, Canaletto und Caravaggio, die z.T. auch als Auftragsarbeit für die Ausstattung eines Spielfilms entstanden. Seine eigenen Werke weisen ganz unterschiedliche Stilrichtungen auf. Auf bestimmte Motive oder Maltechniken legt er sich nicht fest.

Vor zwei Jahren begann sich der Sieker Künstler für botanische Motive zu interessieren. Hierbei bildete das Laub der Bäume sein Hauptinteresse. Für ihn als Maler war nicht das frische Grün des Laubes das Faszinierende, sondern die intensive Veränderung der Farbe und Blattstruktur, die besonders beim Absterben im Herbstlaub entsteht.

"Seither gehe ich mit einem ganz anderen Blick durch die Natur. Immer auf der Suche nach Blatterverfärbungen, die für meine Arbeit interessant sein könnten", erklärt Jürgen Koch und meint weiter: "Im Frühjahr und Sommer finde ich nur wenig, deshalb ist für meine Suche der Herbst die optimale Jahreszeit. Da ich kein Biologe, sondern Kunstmaler bin, ist auch meine Betrachtungsweise eine andere. Erst der Blick durch das Mikroskop zeigt die Schönheit und farblichen Varianten, die mich dann zu reliefartig ausgearbeiteten Gemälden inspirieren."

Verschiedene Beleuchtungsarten verändern die Farben und lassen sie mitunter noch intensiver erscheinen. Ziel des Kunstmalers ist es, ein farblich schönes und dekoratives Gemälde zu schaffen und erst dann der Natur so nahe wie möglich zu kommen. Bei seinen Sujetbetrachtungen verwendet Jürgen Koch unter anderem normales Oberlicht oder die Farbe verändernde Ringbeleuchtung (Kaltlicht). Der Künstler arbeitet auch mit Unterlicht, das die Strukturen des Blattes herausstreicht und ihnen einen besonderen Ausdruck verleiht. Alle drei Beleuchtungsarten lassen sich stufenlos verstellen oder miteinander kombinieren. Wegen der Empfindlichkeit des Blattes als organisches Produkt ist zügiges Arbeiten des Künstlers Berdingung für das angestrebte Ergebnis.

Der Sieker Kunstmaler konzentriert sich auf einen etwa 2 x 3 mm großen Ausschnitt des Blattes, den er fotografisch festhält. Aus dieser Vorlage entwickelt der er dann seine in Relieftechnik gestalteten Gemälde. Zur Zielsetzung seiner künstlerischen Arbeit bemerkt Jürgen Koch: "Mein Ziel ist es, den Menschen mit meiner Arbeit die Natur näher zu bringen und ihnen das zu zeigen, was für die meisten von ihnen verborgen bleibt."
Öffnungszeiten
[] Die Kunstausstellung im Gutshaus Glinde – in der Möllner Landstraße 53 – wird bis zum Sonntag, 30. August, montags bis freitags 10 bis 12 Uhr, sowie montags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr und dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr zu sehen sein.
[] Sonderöffnungen in Anwesenheit des Künstlers gibt es an den folgenden Sonntagen: 9. und 16. August sowie am 23. und 30. August, jeweils von 14 bis 17 Uhr.
[] Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

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