Bölcks Leben in zwei Akten

Es wird feierlich: Die berühmte Oldesloer Massenhochzeit.
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Es wird feierlich: Die berühmte Oldesloer Massenhochzeit.

60 Akteure bringen heute eine launige Revue über den Oldesloer Margarine-König auf die Bühne

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20. Mai 2011, 08:26 Uhr

Bad Oldesloe | "So, Achtung! Ruhe bitte. Und los!" Regisseur Sven Lange gibt ein paar Kommandos, dann beginnt eine der letzten Proben. Heute Abend feiert die aktuelle Produktion von "Bad Oldesloe macht Theater" (Badomat) Premiere. Zum ersten Mal wird "Marke Bölck" im Kulturhof aufgeführt.

Friedrich Bölck - wer hätte in Oldesloe hätte den Namen noch nicht gehört: Unternehmer, Lebemann, Wohltäter. "Marke Bölck" zeichnet ein kurzes, verdichtetes Porträt dieses ungewöhnlichen Mannes. Er flirtet hemmungslos mit seiner Sekretärin, hat eine Geliebte in Hamburg, aber er finanziert eben auch Kinderheime, Betriebsfeste oder eine Massenhochzeit samt Aussteuer für 13 Brautpaare. Er kauft regelrecht die Bräute für seine Söhne und verkündet überraschend deren Verlobung. Er bestimmt, wo es langgeht und lässt sich da auch nicht reinreden - weder familiär, geschäftlich noch gesellschaftlich.

Regisseur Lange hat auch das Theaterstück geschrieben. "Es gibt erstaunlich wenig Dokumente über Bölck, aber viele Erzählungen", hat er herausgefunden. Vieles, was im Stück erzählt werde, sei wahr - ob es sich nun gerade so abgespielt hat, wie Badomat es zeigt, wisse natürlich niemand. Sven Lange spricht deshalb von "poetischer Wahrheit".

Im Mittelpunkt der Inszenierung steht die legendäre Bölcksche Massenhochzeit mit zwölf Paaren. Natürlich muss sich Kaufmann Bölck auch einer Intrige erwehren, aber am Ende, so viel sei hier verraten, wird alles gut.

Es ist ein launiges Stück, es darf gelacht werden, und erstmals gibt es auch Musik. Eine kleine Band spielt live, es werden Gassenhauer der 30er Jahre gesungen - das war jedem Teilnehmer bereits bei den Castings klar.

Laien nicht nur das Theaterspielen beibringen, sondern auch noch singen und tanzen - eine besondere Herausforderung für Sven Lange. Doch der winkt ab, schließlich habe er schon einige Erfahrung mit Musik-Theater. Lange: "Nicht singen können, ist eine Sache, daran kann man arbeiten. Aber nicht singen wollen, eine andere. Dann spielt derjenige nicht mit." Im Laufe der siebenmonatigen Proben habe sich sehr schnell gezeigt, dass kein extra Gesangslehrer benötigt werde.

Die heutige Uraufführung ist bereits ausverkauft. Aber für die weiteren Termine an diesem und am nächsten Wochenende sind noch Karten zu bekommen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr, sonntags gibt es zusätzlich eine Aufführung um 14.30 Uhr. Tickets sind in der Geschäftsstelle des Stormarner Tageblatts erhältlich.

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