Blutspende ist Familientradition

DRK-Öffentlichkeitsreferent Till Quint (rechts) überreicht Stefan von Hartz die Urkunde zur 125. Bluspende.
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DRK-Öffentlichkeitsreferent Till Quint (rechts) überreicht Stefan von Hartz die Urkunde zur 125. Bluspende.

Das DRK ehrt Konditormeister Stefan von Hartz in Trittau für seine 125. Blutspende

shz.de von
29. Mai 2015, 16:52 Uhr

Großer Bahnhof für Stefan von Hartz beim Blutspendetermin in Trittau. Der Konditormeister erscheint zu seiner 125. Spende. „Das ist Familientradition bei uns“, sagt er, „schon meine Eltern haben regelmäßig Blut gespendet.“ Diesmal hat er auch seine Mitarbeiterin Simone Voß mitgebracht: „Zu zweit macht es mehr Spaß.“

Sobald es möglich war , hat Stefan von Hartz Blut gespendet gespendet: „Das erste Mal war das drei Tage nach meinem 18. Geburtstag.“ Dass der 50-Jährige überhaupt so viele Termine wahrnehmen konnte, ist dem engeren Rhythmus zu verdanken. „Früher konnten wir hier nur dreimal jährlich spenden“, sagt er, „jetzt gibt es sechs Termine.“ Das gilt allerdings nur für Männer, Frauen dürfen nur viermal im Jahr zur Ader gelassen werden.

Kleine Termine nennt es der DRK-Öffentlichkeitsreferent Till Quint: „Viermal im Jahr nutzen wir dafür die Sozialstation, die übrigen Termine werden in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr organisiert.“ Freitag war so ein kleiner Termin. Das Besondere daran sind die Grillwürstchen und die Nackensteaks frisch vom Grill, die nur bei diesen Gelegenheiten angeboten werden.

In den Räumen der Feuerwehr werden zunächst eine Blutprobe abgenommen und die Daten der Spender überprüft. Im DRK-Büro folgen die ärztliche Untersuchung und die eigentliche Spende.

„Ich bin die Piekserin vom Dienst“, stellt sich ihm gut gelaunt die Krankenschwester Kerstin Jenßen vor. Routiniert setzt sie die Kanüle und der Kunststoffbeutel füllt sich allmählich mit einem halben Liter des roten Lebenssafts.

Stefan von Hartz hat auch an die DRK-Mitarbeiter gedacht und schenkt jedem ein Tütchen mit Schokoherzen aus seiner Backstube. Für ihn gibt es eine Urkunde und eine Ehrennadel von Quint. „Schon Mutter und Vater waren hochverdiente Spender“, sagt Quint, „ihr Sohn ist an ihnen vorbeimarschiert.“ Im Namen vieler Verletzter, denen mit einer Spende geholfen wird, bedankt er sich bei Hartz.

Auf ein Präsent des Ortsvereins, dem er seit 15 Jahren angehört, hat er verzichtet. „Beim nächsten großen Termin im Juli spende ich eine Torte für die ehrenamtlichen Mitarbeiter“, sagt er. Einige Jahre war er beruflich auf Wanderschaft, hat als Geselle in anderen Konditoreien gearbeitet. „Die Erfahrungen von außerhalb bringen viel“, sagt er. Stets hat er aber Spendentermine in der jeweiligen Nähe wahrgenommen. Vor 26 Jahren hat er die Bäckerei und Konditorei Hartz von seinem Vater Hans-Joachim übernommen.
„Herr Hartz ist auch unser Haus- und Hoflieferant für Kaffee, Kuchen und Brot“, sagt die stellvertretende DRK-Vorsitzende Ursula Meyer. Sie bedauert, dass die Spendenbereitschaft leider rückläufig sei. „Im Schnitt kommen gut 80 Spender zu diesem Termin“, sagt Quint, „wenn es heute 65 werden, sind wir schon zufrieden.“

Nachdem sich Hartz mit Speis und Trank gestärkt, macht er sich mittags auf den Heimweg. „Jetzt werde ich erst mal schlafen“, sagt er, „um 22 Uhr muss ich in die Backstube.“ Er hat dem DRK gern geholfen. „Das ist unkompliziert und kostet nichts, außer einer Stunde Zeit.“





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