Bilanz für den Kreis Stormarn : Blitzer und Co. bringen zwei Millionen Euro in die Kreiskasse

Autobahnen gehören zu den Blitzer Hot-Spots.

Autobahnen gehören zu den Blitzer Hot-Spots.

53.000 Verkehrsordnungswidrigkeiten wurden in der Kreisverwaltung im vergangenen Jahr bearbeitet.

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15. Januar 2021, 21:38 Uhr

Bad Oldesloe | Eine Menge Arbeit hatte der Fachbereich Sicherheit und Gefahrenabwehr des Kreises 2020 zu tun. 53.000 Verkehrsordnungswidrigkeiten wurden in der Kreisverwaltung im vergangenen Jahr bearbeitet.

Einnahmen von 2 Millionen Euro

Von Tempoverstößen über Rotlichtvergehen bis hin zum Falschparken erstreckt sich der Bußgeldkatalog, der schätzungsweise zwei Millionen Euro in die Kassen spült. "Eine genaue Summe können wir allerdings noch nicht nennen, da wir uns aktuell in den Jahresabschlussarbeiten befinden", erklärt Fachdienstleiter Ingo Lange. Ob das Geld an den Kreis oder an die Landeskasse geht, hänge von der Art des Verstoßes ab: Bei Verwarnungen wie Geschwindigkeitsverstößen geht die Strafzahlung an die Landeskasse. Bei Bußgeldverfahren erhält der Kreis die Zahlung, sofern kein Einspruch beim Amtsgericht eingelegt wird.

Keine wirklichen Hotspots

Echte Blitzer-Hotspots sieht Ingo Lange im Kreisgebiet nicht. Allerdings wurden viele Autofahrer in den Autobahn-Baustellen bei Hamberge und am Rastplatz Buddikate erwischt. "Alleine aus Hamberge haben wir 15.000 Bescheide in den letzten Monaten erhalten". Die Zahlen würden bestätigen, dass die Verkehrsüberwachung aus Sicherheitsgründen absolut nötig sei.

Trailer der Landespolizei

Auf der Autobahn A1 wird mit einem sogenannten Enforcement-Trailer, der der Landespolizei gehört, geblitzt. Das Blitzgerät ist als ein Auto-Anhänger getarnt und kann sowohl stehend als auch fahrend genutzt werden. Auf der Autobahn waren auch die Spitzenreiter der letztjährigen Statistik unterwegs: Lange erinnert sich an einen Strafzettel mit 195 Stundenkilometer in einer Baustelle, in der Tempo 80 erlaubt war und an eine Geschwindigkeit von 245 km/h in einer 120er-Zone.

Hier weiterlesen: Braucht Stormarn feste Blitzer?

Mit den Einnahmen wurde im vergangenen Jahr ein neues Fahrzeug und ein neues Blitzgerät gekauft. Allerdings musste sowohl das alte Gerät als auch das vorige Fahrzeug aus dem Betrieb genommen werden. Während der Verkehrsüberwachungsdienst Neumünster sich um die Autobahn kümmert, überwacht der Kreis in Kooperation mit der Polizei die übrigen Straßen im Kreisgebiet. Durch die neue StVO, die im April 2020 in Kraft gesetzt und im Juli schon wieder abgeschafft wurde, seien eigentlich höhere Einnahmen erwartet worden. Letztlich habe die Rückabwicklung der Verfahren, die nach altem Recht durchgeführt werden mussten, nur zu Mehrarbeit geführt — mehr Geld hat der Kreis deswegen nicht in der Kasse.

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