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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 00:58 Uhr

Bad Oldesloe : Bitte nicht füttern!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein neues Schild klärt Spaziergänger im Oldesloer Bürgerpark auf.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2015 | 17:00 Uhr

Gerade in den Wintermonaten sieht man sie oft an den Ufern der Flüsse und Seen stehen: Alte Mitbürger oder Familien, die die Reste ihrer Brot- und Brötchenbestände mit den wild lebenden Wasservögeln teilen. Das klingt zunächst nett und geradezu harmonisch, doch leider ist es eine schlechte Idee, die der Natur mehr schadet, als den Vögeln zu nutzen. Darauf weist jetzt an der Trave in Bad Oldesloe im Bürgerpark eine neu angebrachte, offizielle Tafel hin. „Füttern Sie bitte keine Wasservögel“ ist darauf zu lesen. Dazu gibt es noch interessante Kurzinformationen zu den drei häufigsten Wasservögeln in diesem Gewässer: dem Schwan, der Blässe und der Stockente.

Manche Passanten lesen es aufmerksam beim Bummel in die Innenstadt, einer sagt allerdings sofort „einem wird auch noch der letzte Familienspaß genommen durch Bürokratie“. Doch als er die Tafel schließlich auch gelesen hat, ergänzt er etwas nachdenklicher „das will man natürlich auch nicht, aber schade für unseren Enkel, er liebt das Entenfüttern gehen.“

Die Tafel erklärt, dass die Tiere genug Futter in ihrem natürlichen Lebensraum finden und daher nicht gefüttert werden müssen. Wenn sie trotzdem noch mehr Nahrung bekommen, spricht sich das quasi unter den Tieren rum und es kommen immer mehr Tiere und das führt zu verstärkten Ausscheidungen auf geringer Fläche. Die Exkremente der Tiere fördern durch eine Zufuhr eines schädlichen Nährstoffreichtums dann das Wachsen von Algen. Im Endeffekt kann sich der Prozess so verschlimmern und verselbstständigen, dass das Gewässer sogar umkippt und nachhaltig geschädigt ist.

Die Ausscheidungen können in der Masse auch zu bakteriellen Verunreinigungen des Wassers und somit wieder zu Krankheiten der Vögel führen, wird aus den Infos deutlich.

Neben den auf der Tafel aufgeführten Punkten kann es außerdem dazu kommen, dass nicht aufgefressene Brotstückchen Ratten und andere Nagetiere anlocken. Auch Tauben und Krähen begeben sich dann an diese Orte und vermehren sich dort gut, wo ständig offen Brot- und Brötchenreste angeboten werden. So traurig es für manchen Familienspaziergang auch sein mag: Vom Enten- und Schwänefüttern sollte man absehen.

Auf den Bereich der Krähenproblematik war kürzlich erst im Umweltausschuss der Stadt erneut hingewiesen worden. Vergrämungsaktionen hatten nicht den gewünschen Erfolg. Deutlich wurde betont, dass langfristig nur Aufklärung der Bevölkerung hilft, da auch Krähen vor allem durch zugängliche Essensreste angelockt werden.  
 

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