zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 22:06 Uhr

Bis zu 1000 Euro Buße für Müllsünder

vom

Wer nicht ordentlich Abfälle trennt oder die leere Tonne nicht schnell wieder vom Gehweg holt, kann jetzt kräftig zur Kasse gebeten werden

Kreis Steinburg | Bauschutt im Restmüll, Autoteile im Altpapier, Windeln im gelben Sack, Computer im Sperrmüll: So manche Steinburger nehmen es mit der ordnungsgemäßen Trennung ihrer Abfälle nicht ganz so genau. Gegen hartnäckige Müllsünder hatte der Kreis bislang kaum eine Handhabe. Mit einer Änderung der Abfallsatzung wird sich das jetzt ändern. Künftig werden bis zu 1000 Euro Geldbuße fällig, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält.

Der Umweltausschuss hatte den neuen Gebührenkatalog bereits abgesegnet, am Ende stimmte dann auch der Kreistag zu. Inzwischen ist die neue Satzung offiziell in Kraft. Ganz ohne Diskussionen war das allerdings nicht abgegangen. Grünen-Sprecher Dr. Jürgen Ruge freute sich zwar, dass es endlich die Möglichkeit gebe, Umweltsünder mit Bußgeldern zu belegen. In der Umsetzung sieht er aber auch Probleme. "Was ist, wenn in Mehrfamilienhäusern nicht sauber getrennt wird?" Sein Vorschlag: Das Thema solle noch einmal im Umweltausschuss beraten werden. Mit diesem Wunsch stand Ruge allerdings weitgehend alleine da. "Irgendwann muss das auch mal entschieden werden", meinte Manfred Schmiade von der SPD. Sein Fraktionskollege Rudolf Riep pflichtete bei: "Wir wollen das Thema auch nicht unnötig in die Länge ziehen." Er betonte: "Es geht nur um diejenige, die es partout nicht lernen wollen."

Auch Landrat Thorsten Wendt versicherte, dass die Verwaltung jetzt nicht in großem Stil Bußgelder verteilen wolle. "Wir sind ja nicht bösartig." Bescheide würden nur dann fällig, "wenn es wirklich nicht anders geht". Er fügte hinzu: "Leider gibt es manchmal auch notorische Störfälle. Und vor allem um die geht es."

Tatsächlich würden auf die Steinburger harte Zeiten zu kommen, wenn der neue Katalog für Ordnungswidrigkeiten im Wortlaut konsequent umgesetzt werden würde. So können jetzt alle die zur Kasse gebeten werden, die noch verwertbare Abfälle nicht getrennt sammeln oder sogar mit anderen Abfällen vermischen. Das gilt für alle Abfallarten. Im Rahmen des Anschluss- und Benutzungszwanges kann aber auch der belangt werden, der den Müllwerkern keinen ungehinderten Zugang zum Grundstück gewährt.

Kritisch wird es allerdings mit Absatz 11 des neuen Ordnungswidrigkeiten-Paragrafen: Danach werden jetzt nämlich auch dann Bußgelder fällig, wenn die Abfallbehälter nicht ordnungsgemäß zur Abfuhr bereitgestellt werden. Auch müssen diese - so heißt es wörtlich - "nach der Entleerung unverzüglich vom Straßenrand entfernt werden". In der Praxis könnte das für viele Steinburger, die morgens zur Arbeit fahren und dann erst am Abend ihre schwarze, braune oder blaue Tonne wieder mit aufs Grundstück nehmen, schwierig werden. Der Kreistagsabgeordnete von der Bürgerliste, Sven Baumann, sieht darin "den kritischsten Punkt". Auch nach seinen Beobachtungen als Kremperheider Bürgermeister bleiben viele Tonnen zum Teil den ganzen Tag über an der Straße stehen. "Wegräumen ist Pflicht der Besitzer", betont hingegen Landrat Wendt. Letztlich sei Ordnung auf den Straßen ja auch im Interesse aller Gemeinden. WiSt-Abgeordneter Hans Emil Lorenz wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass die Müllabfuhr gegen eine Extra-Gebühr die Tonnen ja auch vom Grundstück hole und wieder zurückbringe. Es wurden im Kreistag aber auch Stimmen laut, die das Problem eher bei den Mitarbeitern der Entsorgungsbetriebe ansiedeln würden. Vielfach würden die leeren Tonnen nämlich kreuz und quer auf den Bürgersteigen platziert. In jedem Fall dürfte der Kreis mit einer konsequenten Umsetzung der neuen Satzung alle Hände voll zu tun haben. Das ahnt offenbar auch Landrat Wendt schon: "Vor uns liegt eine Menge Arbeit."

zur Startseite

von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen