Oldesloer in Kaliningrad : Bilder für das Kulturzentrum

Der Oldesloer Künstler Thomas Römhild sortierte seine Bilder zunächst vor Ort, bevor sie ausgestellt wurden.
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Der Oldesloer Künstler Thomas Römhild sortierte seine Bilder zunächst vor Ort, bevor sie ausgestellt wurden.

Der Künstler Thomas Römhild stellt seine Bilder erstmals in russischer Großstadt aus und beeindruckt die Gästeschar

shz.de von
11. Juni 2014, 06:00 Uhr

Thomas Römhild ist immer noch schwer beeindruckt von der russischen Stadt Kaliningrad. Kürzlich ist der Oldesloer Künstler zusammen mit seiner Frau Elena für eine Woche im ehemaligen Königsberg zu Gast gewesen, um dort eine Ausstellung mit seinen Bildern zu eröffnen. Alle Reiseanstrengungen sind vergessen, wenn er an den netten Empfang in der russischen Großstadt denkt. „Das war eine tolle Resonanz. Viele russische Künstler und Dozenten der dortigen Universität waren zur Vernissage gekommen. Und die Anerkennung meiner Werke dort war wirklich toll. Ich habe mich sehr gefreut über den Respekt, der meinen Bildern entgegen gebracht wurde“, erzählt der bekannte Oldesloer Maler und Dozent, der seine Bilder zum ersten Mal in Russland ausstellte.

Und das war naturgemäß nicht ganz einfach. Bereits vor einem Jahr erhielt Thomas Römhild eine Anfrage aus Kaliningrad, ob er nicht im dortigen Deutsch-Russischen Haus ausstellen wolle. Das Kulturzentrum ist eine nichtkommerzielle und gemeinnützige Institution, die sich seit 1993 der Förderung des Verhältnisses zwischen der russischen Föderation und der Bundesrepublik Deutschland widmet. Der Kontakt kam über die Schwester seiner russischen Ehefrau und Künstlerin Elena Ustinova zustande, die seit 16 Jahren in Bad Oldesloe lebt und als Dozentin arbeitet. „Eine Ausstellung in Russland zu organisieren ist sehr aufwendig und auch nicht gerade billig. Es gibt sehr viele Formalitäten zu beachten und zu erledigen“, sagt Thomas Römhild, der seine farbenfrohen Bilder, fast ausschließlich Landschaftsbilder in Öl, bereits in London, Ungarn und Frankreich ausstellte. Aber Russland war eine ganz neue Herausforderung für ihn.

Zunächst musste ein Visum beantragt werden, dann wurden Listen der 20 Bilder angefertigt, die im Kofferraum des Autos gen Osten transportiert wurden. Fast 14 Stunden dauerte der 900- Kilometer-Trip durch Polen nach Oblast Kaliningrad, wo knapp 500 000 Menschen leben, darunter auch viele Russen mit deutschen Wurzeln. Römhilds Ehefrau Elena, die aus dem nordrussischen Archangelsk stammt, begleitete ihren Mann als Dolmetscherin und war dadurch eine große Hilfe, denn an der Grenze gibt es bekanntermaßen fast immer Probleme. „Andrej Portnjagin, der Direktor des Deutsch-Russischen Hauses, hat uns sehr geholfen. Allerdings brauchte ich einen Nachweis, dass die Bilder alle von mir gemalt wurden und dass sie nicht mehr als 1000 Euro wert sind.“

Eine Bescheinigung des Berufsverbandes Bildender Künstler half da allerdings nicht viel weiter. „Dieser Zettel stieß an der Grenze auf wenig Gegenliebe, weil er auf Deutsch verfasst war“, so Römhild. Trotzdem ging alles überraschend gut und die Ausstellung konnte am 29. Mai mit 50 Gästen eröffnet werden. „Man stellt sich dort ziemlich kritischen Blicken, knüpft aber auch viele neue Kontakte“, so Römhild.

Die Bilder bleiben noch sechs Wochen im Kulturzentrum hängen, bevor sich Thomas Römhild im Herbst wieder auf den beschwerlichen Weg nach Kaliningrad machen wird, um seine Werke nach Bad Oldesloe heim zu holen.


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