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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 07:34 Uhr

Big Data: Schutz vor Medienriesen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sozialpädagogin Olivia Förster vom Kreisjugendring gibt hilfreiche Tipps für den Schutz bei Verwendung persönlicher Daten

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 13:05 Uhr

Big Data- Verletzung der Persönlichkeitsrechte oder eine moderne Werbetechnologie? Große Unternehmen wie Facebook, WhatsApp, Instagram und Co. verwenden immer mehr persönliche Daten von Nutzern, nicht nur für kommerzielle Zwecke. Den Nutzern wird kaum bewusst, welche Rechte sie an die Social-
Media Plattformen abgegeben. Olivia Förster, selbstständige Sozialpädagogin, die seit Januar mit dem Kreisjugendring Stormarn zusammenarbeitet, gibt Tipps, sich vor dem Verwenden persönlicher Informationen zu schützen.

Durch die Zustimmung der Datenschutzbestimmungen von Google erlauben Nutzer dem Unternehmen, persönliche Daten wie Suchanfragen, Telefonnummern, Kontaktdaten oder Dauer und Art von Anrufen auf Servern zu speichern. Facebook speichert persönliche Daten auch nach dem Löschen des Kontos weiter, weshalb alle Informationen eines Nutzers immer online bleiben könnten. Doch wie kann man sich vor Speicherung persönlicher Daten schützen?

Olivia Förster rät, Bewusstsein für die Mediennutzung zu entwickeln. Dazu gehört auch das Wissen, sich vor Big Data – der Nutzung persönlicher Daten durch Firmen – zu schützen. „Das digitale Ich deckt nur zum Teil das wirkliche Ich“, sagt Olivia Förster. Durch Profile, die erstellt werden, fallen Nutzer durch ein Raster. Multifaktorielle Ereignisse – also mehrere Gründe, weshalb ein Ereignis eintritt – spielen dann häufig keine Rolle mehr. „Die beste Lösung, das Problem zu beheben, wäre einfach mal freiwillig abzuschalten“, sagt die Sozialpädagogin. Dennoch gibt es Tipps, sich teilweise vor Big Data zu schützen. „In die Einstellungen gehen und sich die Datenschutzbestimmungen durchlesen. Das lohnt sich schon“, sagt Olivia Förster. Dadurch wüsste der Nutzer über die Rechte, die er abgegeben hat, Bescheid und könnte in den meisten Fällen bestimmte Rechte verbieten. „Die Nutzung zu streuen, also verschiedene Browser und Suchmaschinen zu verwenden, ist auch ein hilfreicher Tipp“, findet Olivia Förster. So würde nicht ein Unternehmen alle Informationen wissen. Websites mit dem Anfang https, also Seiten mit Transportverschlüsselung, zu nutzen oder sichere Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage zu verwenden, können die Internetnutzung auch sichere machen. Außerdem hilft es, sich zuerst bei einer Website auszuloggen und dann erst die nächste zu öffnen, damit Zusammenhänge nicht gespeichert werden können.

„Doch Big Data hat nicht nur Nachteile“, meint Olivia Förster. Die Überwachung von, zum Beispiel, staatsgefährdenden Personen oder das Aufdecken von Verbrechen und Anschlägen stellt sich durch die weltweite Vernetzung viel einfacher dar. Außerdem sind einige Dienste, zum Beispiel Google Maps, eine aktuellere Variante als andere Navigationsgeräte.

Doch ein Verbraucher sollte immer kritisch sein und nicht allem zustimmen. Fragen wie: „Warum haben nur große Unternehmen das Recht für Daten und nicht kleinere Betriebe?“ sollten gestellt werden, denn auch für einen kleinen Schuhhändler wäre es hilfreich zu wissen, welche Schuhe bei den Kunden gerade beliebt sind. Eine andere gute Möglichkeit, sich vor den großen Konzernen zu schützen, wäre „selber machen“. Der KJR Stormarn und Olivia Förster haben bereits eine Idee. „Was kann man selber machen, um nicht von den großen Konzernen abhängig zu sein?“, ist die Frage auf der die Idee basieren soll. Alternativen entwickeln und andere Angebote nutzen, um trotzdem das vorteilhafte Internet und die Medien zu nutzen, oder einfach mal abzuschalten sind die besten Möglichkeiten für die Zukunft.

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