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Stormarner Tageblatt

22. September 2017 | 10:20 Uhr

Bad Oldesloe : Bewegung bei „Ihr Platz“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für die ungepflegte Immobilie in der Fußgängerzone ist ein Zwangsversteigerungstermin angesetzt. Der Eigentümer spricht aber von verbindlichem Kaufangebot – es werde nicht zur Versteigerung kommen.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Tut sich da endlich was? Der leer stehende, ehemalige Ihr-Platz-Laden ist seit Jahren ein Schandfleck in der Fußgängerzone. Für den 17. Juni ist im Amtsgericht Ahrensburg ein Zwangsversteigerungstermin angesetzt worden. Doch der wird wohl genau so platzen wie der erste, denn nach Aussage des Besitzers liege ein notarielles Kaufangebot vor.

Geht es nach den Grünen, sollte die Stadt bei einer Zwangsversteigerung mitbieten. Karin Hoffmann stellte für die Sitzung des Finanzausschusses einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag. Doch der scheiterte, weil die benötigte Mehrheit nicht zusammen kam. Birgit Reichardt-Mewes (CDU): „Wir haben uns enthalten und dabei nicht bedacht, dass der Antrag dann nicht rauf kommt.“ Karin Hoffmann kann darüber nur spotten: „Früher dachten wird, die Sozis könnten nicht mit Geld umgehen. Die CDU aber offensichtlich auch nicht.“ Die Grünen-Abgeordnete hat ihren Antrag fristgerecht für die nächste Sitzung der Stadtverordneten am Montag, 30. Mai, eingereicht.

Im Prinzip sind sich alle einig. „Wenn es günstig ist, sollte die Stadt zuschlagen“, fasst es die Ausschussvorsitzende Birgit Reichardt-Mewes zusammen: „Aber es ist schwierig.“ Vor zwei Jahren hat ein Gutachter einen Wert von 660  000 Euro attestiert. „Seitdem steht es zwei weitere Jahre leer, und im Bauausschuss haben wir städteplanerisch nicht darüber diskutiert“, sagt die Vorsitzende.

„Es kann nicht sein, dass in dieser schäbigen Ecke nichts passiert“, sagt Björn Wahnfried (SPD): „Wenn wir da als Stadt den Daumen drauf hätten, wäre das schon gut. Aber ich will auf keinen Fall eine sinnlose übereilte Aktion.“ Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, bis zur Sitzung Ende des Monats Informationen zusammen zu stellen. Wahnfried: „Damit wir nachher nicht dumm dastehen und nichts haben, worüber wir reden können. Die Kombination aus Preis und Zustand muss stimmen.“

Karin Hoffmann ist das alles viel zu zögerlich. „Es ist zu kurzfristig gedacht, immer zu sagen: Wir können es nicht bezahlen. Man muss mal etwas innovativ denken. Ich habe ja viele Ideen, aber ich kann nicht die halbe Stadt kaufen“, sagt sie. Sie interessiere nicht, ob im Keller Wasser stehe oder das Grundstück keine Anfahrt von hinten habe. „Um Gottes Willen“, so Hoffmann: „Die Stadt soll da doch nicht selber bauen. Nur die Braut etwas hübsch machen und dann an einen Investor verkaufen. Bei meinen Häusern hat das funktioniert.“

Doch vermutlich wird es dazu überhaupt nicht kommen. „Das Gebäude kann nicht versteigert werden“, stellt Marion Calm, Frau von Eigentümer Hans Heinrich Vollersen, klar: „Es liegt ein notarielles Kaufangebot vor.“ Das am 4. Mai bei einem Ahrensburger Notar hinterlegte Angebot zum Abschluss eines Verkaufs sei bis 15. Juni bindend. „Wir nehmen das an“, erklärte Calm auf Nachfrage. Wer der Käufer sei, dürfe sie nicht verraten.

Wenn es nach ihr ginge, wäre die Immobilie längst kein Schandfleck mehr. „Da muss sich die Stadt mal fragen, warum nichts passiert ist. Ich kann eine lange Liste von guten Mietern vorlegen, ganz bekannte Leute wie zum Beispiel Gerry Weber“, so Calm. Dass am Ende keine Verträge zustande kamen, kreidet sie der Verwaltung an. „Es wird alles abgelehnt!“, so Calm: „Das Bauamt will da kleine Fenster mit Säulen hin haben. Aber die Geschäfte brauchen nun mal ordentliche Schaufenster.“

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