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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 10:57 Uhr

Bewegte Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das älteste Heimatmuseum Stormarns feiert sein 100-jähriges Bestehen.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Letzte Vorbereitungen für den Jubiläums-Empfang im Heimatmuseum – Anja Rademacher hat alle Hände voll zu tun, denn das 100-jährige Bestehen des ältesteten Heimatmuseums des Kreises Stormarn soll gebührend gefeiert werden. Seit 2006 engagiert sich die Reinfelderin ehrenamtlich, bereitet Ausstellungen vor, sichtet das umfangreiche Archiv auf dem Dachboden des Museums, sammelt, sortiert und ist natürlich auch Ansprechpartnerin.

Eine Vitrine mit seltenen Fundstücken aus der Zeit vor und um die Museumsgründung ist bereits fertig bestückt. Darin befindensich eine Lichtputzschere aus dem Jahre 1820, eine eiserne „Zahnziehzange“ von 1860, kunstvoll bestickte Hauben, die die Damen um die Jahrhundertwende trugen, Gästebücher aus der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkireg, ein altes Tüschloss. Alle Ausstellungsstücke sind noch mit den Original-Registrierungsschildern versehen.

Ein ganz besonderes Stück ist der Original-Brief des Dichters Detlev von Liliencron an Fräulein Schmirhoff vom Neuhof. Darin fragt er an, ob das Predigerwitwenhaus zu mieten wäre. „Das war ihm dann aber wohl zu teuer“, mutmaßt Rademacher. Schade, sonst hätte die Karpfenstadt neben Matthias Claudius einen weiteren berühmten Dichter zu verzeichnen.

Theodor Brass vom Bürgerverein initiierte 1913 die Gründung eines Heimatmuseums. 1920 entstand im heutigen Sitzungssaal des Rathauses der erste Museumsraum.In den 30er Jahren zog das Museum in den Neuen Garten 7 um, später war es im ehemaligen Gefängnis in der Sperrsitzgasse untergebracht. Ab 1939 kamen die Ausstellungsstücke im Organistenhaus der Kirche unter.

In den letzten Kriegstagen musste das Museum dem Kinderheim „Sonnenschein" weichen . In den 50er Jahren gab es aufgrund der Flüchtlingswelle keinen Platz für Altertümer. Erst zum Karpfenfest 1963 wurden Räume im ehemaligen Amtsgericht frei. In den 80-er Jahren, nach Auflösung des Amtsgerichtes , zog das Museum in die heutigen Räumlichkeiten ein

Ab 1991 machte sich der Reinfelder Bodo Zunk um das Heimatmuseum verdient. 2006 wurde eine Museums-AG gegründet, schließlich übernahm Rainer Hesse die Leitung bis zum Frühjahr 2013.

Anja Rademacher schaut ein wenig sorgenvoll in die Zukunft, denn der Museumsfond, dessen Gelder einst von privat gespendet wurden, ist im nächsten Jahr aufgebraucht. Im Raum stehe auch, so Rademacher, ob das Heimatmuseum am jetzigen Standort bleibe oder im Zuge der Baumaßnahmen rund um das Rathaus und des Umzuges der Stadtwerke in ein geplantes neues Gebäude vielleicht umziehen müsse. > Der Empfang unter anderem mit dem Enkel des ersten Museumsdirektors Dr. Wolters-Bitterling, findet am Sonnabend, 3. November ab 15 Uhr im Museum statt.



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