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Bad Oldesloe : Betreten des Schulhofs verboten!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Schulhausmeister können den Winterdienst auf den Pausenhöfen nicht sicherstellen. Bei Frost werden die Kinder an der TSS deshalb teilweise ausgesperrt.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Es klingelt, die Schulstunde ist vorbei. 430 Schüler der Theodor-Storm-Schule (TSS) stürmen aus ihren Klassenräumen auf den Schulhof ... und stehen vor einem Zaun. Frische Luft schnappen okay, aber mit Toben ist nicht viel, denn für ein Drittel des Pausenhofs gilt: Betreten verboten! Konkret geht es um das Biotop-Areal, jenen mit viel Aufwand und Schülerbeteiligung naturnah gestalteten Bereich hinter dem ehemaligen Bölkschen Kontorhaus. Dazu gehören auch ein kleiner Fußballplatz und Tischtennisplatten – alles gerne und viel von den Kindern der Gemeinschaftsschule genutzt.

Das Dilemma besteht schon seit November des vergangenen Jahres immer mal wieder. Mit dem Ende der Weihnachtsferien wurde das Gelände allerdings durchgängig abgeriegelt. Die Zustände wurden jetzt nur bekannt, weil eine Elternvertreterin die Misere in der Fragestunde des Sozialausschusses ansprach. „Es besteht ein Sicherheitsrisiko“, erklärte Bürgermeister Jörg Lembke: „Wir sind nicht in der Lage zu garantieren, dass zeitgerecht gestreut wird.“ Nur bei sogenannter „offener Witterung“ – gemeint sind Temperaturen von 5 Grad oder darüber – dürfe der Zaun geöffnet werden. Doch das war halt in den zurückliegenden Wochen so gut wie nicht gegeben, also gucken die Schüler in die Röhre. Auch Treppen sind halbseitig mit der gleichen Begründung gesperrt. „Es ist bedauerlich“, so Lembke, „aber mit dem Personalschlüssel, den wir zur Verfügung haben, lässt sich da nichts machen.“ Der Hausmeister würde es schlicht nicht schaffen. Andere Schulen sollen ebenfalls betroffen sein.

Der Druck an der TSS ist groß. Da wird die Straße notgedrungen zum Schulhof. „Die Kinder verlassen das Schulgelände, weil es ihnen zu eng wird“, warnte die Elternvertreterin: „Das kann doch nicht sicher sein.“

Schulleiterin Barbara Richter-Conrad durfte sich nicht äußern. „Nein, nein, wir wollen hier keine Diskussion“, würgte sie Ausschussvorsitzender Matthias Rohde (FBO) kurzerhand ab. Aber auch wenn Rektorin und Elternvertreterin kurz darauf die Sitzung verließen, war das Thema damit noch lange nicht erledigt. Unter „Mitteilungen und Anfragen“ zog die SPD etwas später das Problem erneut in den Fokus der Sitzung. Hajo Krage forderte für die Sozialdemokraten einen Tagesordnungspunkt mit ausführlicher Darstellung zur nächsten Sitzung. Das war den anderen Fraktionen zu wenig. „Das sind ja noch vier Wochen und bis dann was passiert, ist der Winter doch vorbei“, ärgerte sich Hildegard Pontow (CDU): „Wir brauchen sofort eine Lösung.“ Von Dagmar Danke-Bayer (Grüne) kam der Vorschlag: „Wenn es mit eigenen Kräften nicht geht, muss eben ein Winterdienst beauftragt werden.“

Verwaltungs-Chef Jörg Lembke machte deutlich, dass Fremdvergabe eine theoretische Option sei. „Möglich ist alles“, teilte er mit, „aber welche Kosten verbergen sich dahinter?“ Mit Verweis auf den „Interims-Haushalt“ lehnt der Bürgermeister diese Variante ab.

Doch damit wollten die Politiker ihn nicht durchkommen lassen. „Gleichbehandlung hin oder her“, machte Angela Fehrmann (CDU) deutlich: „Die anderen Schulen haben Alternativen. Das muss jetzt spontan geregelt werden.“ Einmütig verlangte der Ausschuss von der Verwaltung eine „kreative Ausnahmeregelung für kurze Zeit“ zu entwickeln. Gerüchteweise soll es seitens der Schule bereits entsprechende Anregungen gegeben haben, die von der Verwaltung aber kategorisch abgelehnt worden seien.

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