Berufliche Schulen stärken und ausbauen

Eltern sollten Leistungen der Bildungseinrichtungen honorieren

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01. Juni 2014, 14:30 Uhr

Im Juni 2013 feierte der Kreis Stormarn das 75-jährige Bestehen der Beruflichen Schulen. Das Angebot der beiden Schulen in Bad Oldesloe und Ahrensburg ist sehr weit und vielfältig aufgefächert, enthält Teilzeit- wie Vollzeit-Ausbildungsgänge und ermöglicht zahlreichen Schülern schulische Abschlüsse, die den Einstieg in das Berufsleben sowie in weiterführende Bildungsgänge gewährleisten.

Obgleich die Schülerzahlen auf hohem Niveau sind, die regionalen Betriebe hohes Interesse an Absolventen haben, wird die gesellschaftliche Akzeptanz zum Teil in Abrede gestellt und der Vorrang einer gymnasialen Schulbildung postuliert. Leider! Eltern-Äußerungen wie „Mein/e Sohn/Tochter geht ja „nur“ auf die Berufsschule“ sind ein „No-Go“, engstirnig und folgen einem rückwärts gewandten Bildungsideal, das die Teilhabe am Wohlstand nur vom erfolgreichen Abschluss einer „gymnasialen“ Oberstufe abhängig macht!

Das vermeintliche „Primat“ der gymnasialen Oberstufe verkennt die Realität und leitet in die Irre: Deutschland, das vermeintliche „Land der Dichter und Denker“ verdankt seinen Wohlstand und den technologischen Vorsprung den Tüftlern, Technikern, Ingenieuren, handwerklichen Spezialisten und sozialen Kompetenzen! Unsere Gesellschaft befindet sich mitten im „demographischen Wandel“. Eine Konsequenz: Es fehlen zukünftig gut ausgebildete Fachkräfte mit technischer Fertigkeit und technologischer Intelligenz, sozialer Kompetenz im Handwerk, im Gewerbe, im Handel, in der Pflege, in der Wirtschaft schlechthin.

Die Differenzierung der Berufe und Berufsfelder schreitet fort und stellt neue Anforderungen an Schulen und Schulträger. Hier wird den Beruflichen Schulen – und sicher insbesondere dem Engagement der Lehrkräfte – zunehmend eine gesellschaftlich wichtigere Funktion zukommen: Möglichst allen, auch den „schulmüden“, Abgängern allgemeinbildender Schulen eine echte schulische, berufsorientierte und faire „zweite Chance“ zu gewähren und einen erfolgreichen Abschluss zu ermöglichen. Eltern sollten diese Chance erkennen, honorieren und mit Stolz wahrnehmen. Der wirtschaftlich boomende, finanzkräftige Kreis Stormarn hat als Schulträger die Aufgabe, die räumliche und Ausstattungs-Infrastruktur der Beruflichen Schulen sicherzustellen und an den Anforderungen der heimischen Wirtschaft zu orientieren. Diese Aufgabe gilt es zukunftsorientiert wahrzunehmen und weiteren Jugendlichen qualifizierte Abschlüsse zu ermöglichen.

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