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Stormarner Tageblatt

23. November 2017 | 08:47 Uhr

Bad Oldesloe : Berufliche Perspektiven erkennen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Veranstaltung im Historischen Rathaus will Information und Beratung für Migrantinnen, Geflüchtete und Ehrenamtler bieten.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 10:39 Uhr

Auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen: Das ist insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund nicht einfach. Erst einmal in Deutschland angekommen, beginnt mit dem Zurechtfinden in einem neuen Lebensumfeld, dem Erlernen der neuen Sprache und der weiteren Integration mit Blick auf die beruflichen Perspektiven eine wahre Mammutaufgabe.

„Oftmals hat nach der Flucht stabile Verhältnisse zu gewinnen die oberste Priorität, vor anderen persönlichen Zielen“, erklärt die Migrationsberaterin Nauwa Saleh.

„Berufliche Perspektiven in Deutschland für Frauen“ ist eine Veranstaltung überschrieben, die am Dienstag, 10 Oktober, von 9.30 bis 13 Uhr im Historischen Rathaus (Beer-Yaacov-Weg 1) Informationen und Beratung für Migrantinnen, Geflüchtete und Ehrenamtler bieten will.

Erste Anlaufstelle für allgemeine Integrationsberatung ist für viele Menschen die Migrationssozialarbeit des Diakonischen Werkes. „Zuerst ist häufig eine Bestandsaufnahme der Qualifikationen und Wünsche notwendig“, erläutert Saleh. Die Migrationssozialarbeit ist dabei Schnittstelle und verweist Migrantinnen und Migranten weiter an die Volkshochschule und die Beratungsstelle Frau und Beruf. „Sprachkurse sind natürlich besonders gefordert“, erläutert die Bad Oldesloer VHS-Leiterin Karin Linnemann. Die Sprachqualifikation sei eine weitere Herausforderung für Integration auf dem Arbeitsmarkt. Ein erster Integrationskurs kann in neun Monaten mit dem Sprachniveau B1 abgeschlossen werden. Für den qualifizierten Berufseinstieg sei aber mindestens B2-Niveau notwendig. „Das bedeutet weitere vier bis sechs Monate Weiterqualifizierung“, so Linnemann.

Die Berufsqualifikation im Heimatland ist grundsätzlich ein schwieriges Thema: Viele Geflüchtete würden zwar Qualifikationsbescheinigungen von dort mitbringen, die Anerkennung sei aber oftmals nicht gewährleistet, betont die Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit. Beim Zugang zum Arbeitsmarkt hätten auf Grund des kulturellen Hintergrundes und der traditionellen Prägung in einigen Ländern insbesondere Frauen die größeren Hürden, ergänzt Birgit Harring Boysen von der Beratungsstelle „Frau und Beruf“ in Stormarn.

Weiterer Schlüsselpunkt ist die Kinderbetreuung. Die ohnehin knapp verfügbaren Plätze der Kitas, Kindergärten und anderen Betreuungsstätten erschwerten es Migrantinnen und geflüchteten Frauen zusätzlich, an Integrationsangeboten teilzunehmen. „An dieser Stelle sind dringend bessere Kinderbetreuungsangebote von Nöten“, so Gurlit.

All diese Hürden würden viele Frauen hemmen, überhaupt nach möglichen Lösungen zu fragen. Daher sei die direkte Ansprache von Vorteil, so Linnemann. Und so initiiert die Beratungsstelle Frau und Beruf in Stormarn wieder gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Marion Gurlit und der Migrationssozialarbeit des Diakonischen Werks eine Informationsveranstaltung für die beruflichen Perspektiven in Deutschland für Migrantinnen, Geflüchtete und Ehrenamtlerinnen.

Neben einem Vortrag von Arne-Matz Ramcke vom IQ Netzwerk SH zum Thema „Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen“ und einem Workshop für geflüchtete Frauen zum Thema „Familie - Rolle- Arbeit“ von Hilke Oltmanns gibt es diverse Infostände mit anderen Partnern: Darunter das Jobcenter Stormarn, die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer Lübeck, das Frauennetzwerk, der interkulturelle Treffpunkt Kaktus und die WBS Training AG.

Es sei zudem wichtig, auch die Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen umfassend aufzuklären, sodass sie für die Integrationshilfe mit den wichtigsten Informationen ausgestattet seien, bekräftigt Harring-Boysen.

Am Veranstaltungstag stellt die Migrationssozialhilfe Sprachmittlerinnen für Arabisch und Farsi im Rathaussaal bereit.


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