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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 00:04 Uhr

Berührungsängste überwinden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Tag der offenen Tür im Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus (HSK) gab wertvolle Anregungen. Viele Besucher nutzten auch die Gelegenheit, alternative Heilmethoden wie Reiki, Akupressur und Shiatsu einmal am eigenen Leib zu erfahren.

„Wir möchten den Menschen die Berührungsangst vor der Psychiatrie nehmen“, sagt Jette Trapp, die stellvertretende Leiterin der allgemeinen Psychiatrie im Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus (HSK). Und ein weiteres Ziel des Tages der offenen Tür ist es, einmal im Jahr die vielfältigen Angebote des Hauses in Bargfeld-Stegen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Das Therapie-Spektrum reicht hier von allen psychischen Erkrankungen über Suchtprobleme bis zur Altersdemenz.

Viele Besucher nutzten auch die Gelegenheit, alternative Heilmethoden wie Reiki, Akupressur und Shiatsu einmal am eigenen Leib zu erfahren. Das war im Info-Zelt dieser Therapeuten möglich. Wolfgang Pjede etwa ist ein Experte für chinesische Medizin und nennt sich selbst Heiler. Er kombinierte diese Heilmassagen zu einem wunderbar entspannenden Erlebnis. Nicole Pahnke war begeistert davon: „Das hat mir gut getan.“

„Es kommen viele Besucher nur deshalb hierher“, so Uwe Siegmund, Leiter des Entzugs von illegalen Drogen. Manche schliefen dabei ein, alle spürten die Entspannung. Die traditionelle chinesische Medizin spiele in der Entwöhnungstherapie heute eine große Rolle. „Wir behandeln Körper, Seele und Geist gleichermaßen“, sagt Siegmund. In Kombination mit Sinnesreizen durch verschiedene Düfte, Bäder, Musik und Teesorten sei das heute eine gefragte Methode: „Das ist kein Hokuspokus“, betont er.
Das ist nur eine Facette des Therapiespektrums im HSK. Auch Musik, Kunst, Tanz, Ergotherapie und Holzwerkstatt helfen vielen Patienten, Stress abzubauen, ihre Wahrnehmung zu schärfen und in besseren Kontakt mit ihrer Umwelt zu kommen. Physiotherapie unterstützt die Heilung von Krankheiten des Bewegungsapparats. Alle diese Fachrichtungen stellten sich gestern vor und luden auch zum Mitmachen ein.

Das ließen sich viele Kinder nicht zweimal sagen. Im Zelt der Musiktherapeutin Yuka Shiraishi probierten sie exotische Instrumente aus. Auch das Elefanto-Spielmobil und das Zelt des Familientreffs waren für die jungen Besucher geöffnet. Die Erwachsenen reizten eher die Trommel-Workshops der Musiktherapie. Fast schon professionelle Musikleistungen zeigten unter Anderem das Jugendorchester Bargfeld und der Gospel-Chor E-Motion. In Info-Talks informierten die medizinischen Experten des Krankenhauses über psychische Erkrankungen, Vorbeugung und Therapie. Bei geführten Rundgängen standen auch die Stationen auf dem weitläufigen Gelände für alle offen. Besondere Sinnesreize vermittelt auch der Garten für die Sinne, der vor einem Jahr fertig gestellt wurde. Das 3000 Quadratmeter große Gelände am Haus der Gerontopsychiatrie erfreute mit vielen Herbstblühern und einem gepflegten Ambiente. Ältere Patienten mit Demenz oder Depressionen fin-den hier einen geschützten Raum, in dem sie sich selbstständig bewegen können. „Die Düfte und Farben wecken in ihnen Erinnerungen“, sagt Regina Matheis, die Sprecherin des HSK. Der freundliche Garten wurde ausschließlich durch Spenden finanziert.

Im Rahmenprogramm gab es Vorführungen der Sport-Rettungshundegruppe Bargfeld-Stegen. Und auch die Reit- und Fahrgemeinschaft Brennerkaten zeigte Präsenz und lud zum Reiten ein.





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erstellt am 17.Sep.2013 | 13:00 Uhr

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