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Hamburg-Stormarn : Berlin stellt Bau der S4 wieder in Frage

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein neues Schreiben des Bundesverkehrsministeriums bringt Stormarns Politik „auf die Barrikaden“. „Das kann ja wohl nicht sein, dass man wieder von vorne anfängt, alles neu zu bewerten“, ärgert sich der Vorsitzende des Kreisverkehrsausschusses.

Bad Oldesloe | Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) geht trotz Einwänden aus Berlin davon aus, dass die neue S-Bahnlinie S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe mit Hilfe des Bundes gebaut werden wird. Meyer werde in Kürze mit dem neuen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) über sämtliche für Schleswig-Holstein wichtigen Verkehrsprojekte sprechen, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Kiel. „Das Schreiben eines Abteilungsleiters des Verkehrsministeriums mit Bedenken zur Wirtschaftlichkeit und Dringlichkeit des Baus der S4 ist keine Vorentscheidung für ein Aus des Projekts“, sagte der Sprecher.

Das Schreiben des Bundesverkehrsministeriums sorgt in Stormarn  aber für Aufregun. Denn die S4 schien in trockenen Tüchern. Laut der Machbarkeitsstudie von Hamburg und Schleswig-Holstein sind zwei zusätzliche Gleise bis Ahrensburg vorgesehen, eines bis Bargteheide. Im alten Bundesverkehrswegeplan steht ein zusätzliches Gleis von Wandsbek bis Ahrensburg.

Selbst das hält das Bundesministerium „nach den Erkenntnissen der Studie Entwicklung und Bewertung eines Konzepts für den Schienenknoten Hamburg“ aber nicht mehr für erforderlich. Und falls eine neue Studie mehr Güterverkehr durch die feste Fehmarnbelt-Querung prognostiziere, könne man den „über eine neue Kurve in Bad Kleinen bzw. die Strecke Lübeck – Büchen – Lüneburg abwickeln.“

„Das kann ja wohl nicht sein, dass man wieder von vorne anfängt, alles neu zu bewerten. Wir sind alle auf den Barrikaden“, ärgert sich Lukas Kilian (CDU), Vorsitzender des Kreisverkehrsausschusses. Bei der Landesverkehrsgesellschaft sieht man das Schreiben nicht ganz so dramatisch. „Das ist ein alter Stand“, sagt LVS-Sprecher Dennis Fiedel, „wir haben Signale, dass der Bund gesprächsbereit ist.“

Tatsächlich bezieht sich das Ministerium auf die „Knotenstudie“ zum Hamburger Hauptbahnhof aus dem Jahr 2009 und auf vage, mehr als zehn Jahre alte S4-Einschätzungen. Und die Variante Büchen - Lüneburg hält Fiedel für unpraktikabel: „Es geht nicht ja um Direktverkehr von Italien nach Skandinavien. Die meisten Güterzüge fahren den Hafen oder Maschen an.“

Demnach könnte das Schreiben auch dazu dienen, die Verhandlungsposition des Bundes zu verbessern. Der soll den S4-Bau schließlich zu 60 Prozent finanzieren. Nächster Schritt ist die Kosten-Nutzen-Analyse. In der „Knotenstudie“ sind 550 Millionen Euro als Obergrenze für eine Förderung genannt. Nach der „ersten seriöse Kostenschätzung“, die Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer Ende August in Ahrensburg vorlegte, soll die S 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe aber 630 Millionen Euro kosten.

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erstellt am 10.Jan.2014 | 13:00 Uhr

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