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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 05:16 Uhr

Berlin, Ahrensburg, New York

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Künstlergemeinschaft ArtPod stellt nach Erfolg in Berlin nun „Imaginäre Reisen...von hier ins Abenteuer“ im Marstall aus.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Ein paar Schläuchen liegen auf dem Boden des Ahrensburger Marstalls, einige Bretter in der Halfpipe werden gerichtet, kurzum: die Ausstellung „Imaginäre Reisen ... von hier ins Abenteuer!“ ist noch im Entstehen.

Am Sonntag, 12. Januar, wird die von der Amerikanierin Laurie de Chiara (ArtPod) kuratierte und konzeptionierte Sammlung zeitgenössischer Kunst mit einer Vernissage eröffnet werden. Bis dahin sollen alle Kunstwerke installiert sein und damit bereit für einen Besucheransturm. Das Besondere: Die Ausstellung richtet sich keinesfalls nur an Liebhaber moderner Kunst – ganz im Gegenteil. Sie sind nur eine mögliche Zielgruppe. Im Fokus stehen ganz konkret „einfach alle“, so Tanja Lütje, Kreiskulturrferentin des Kreis Stormarns.

Sie sei sehr erfreut, dass dieses besondere Projekt in die Tat umgesetzt werden konnte. „Wir legen ja großen Wert darauf, Kinder und Jugendliche aktiv an Kunst und Kultur heranzuführen. Das wollten wir mit einer Ausstellung auch untermauern. Wir hörten dann, dass ArtPod ein ähnliches Projekt erfolgreich im Amerikahaus in Berlin umgesetzt haben. Wir kamen zusammen und sind stolz und froh, dass sie nun hier in Ahrensburg sind“, sagt Lüthje. Die präsentierte Kunst richte sich ausdrücklich an Kinder, Jugendliche und Familien, ohne dabei einen Kunstanspruch zu verlieren. „Die Exponate sind nicht extra für Kinder oder extra für den Marstall geschaffen worden. Die Qualität der Kunst hat einen ganz normalen Anspruch. Wir wollen aber die Herangehensweise ändern, die Hemmschwellen senken. Hier sind alle willkommen. Kinder, Familien, Kunstliebhaber, aber auch die Putzfrauen, die hier abends sauber machen, sollen dann am nächsten Tag mit ihren Familien vobeischauen“, erläutert Stefan Saffer von ArtPod. Während die Ausstellung in Ahrensburg läuft, werde er bereits in New York gemeinsam mit Laurie de Chiara die Nachfolgeveranstaltung in diesem Stil auf den Weg bringen.

„Ich finde den Ansatz super. Ich sage das ja schon immer, dass wir hier nicht für einen kleinen Zirkel etwas machen sollten, sondern die Leute von der Straße hierher holen. Was bringen uns dieselben 40 Nasen, die hier jedes Mal aufschlagen? Nichts“, bezog Landrat Klaus Plöger deutlich Stellung. „Ich finde es gut, dass hier mal nicht nur klug dahergeredet wird, sondern Kunst zum Anfassen da ist“, so Plöger weiter.

Er plädiere dringend dafür, dass Kunst und Kultur jenseits eines Elfenbeinturms stattfinden. „Kunstliebhaber und Kunstkritiker haben natürlich ihre Existenzberechtigung – allerdings ist auch ihre Meinung nur eine Meinung und nicht mehr“, fügt Saffer an. Wichtig sei ihm allerdings, dass zwar die Herangehensweise an die Werke der zwölf internationalen, zeitgenössischen Künstler spielerisch sei, aber es sei „kein Spielplatz“.

Kinder dürften die meisten Kunstwerke zwar anfassen und bedienen, ihre Interaktivität und Haptik nutzen, aber es sei „trotzdem in manchen Fällen – wo eine rote Hand klebt – auch nicht alles erlaubt.“ Finanziert wird die Ausstellung für alle Altersgruppen und sozialen Schichten durch „Stormarn kulturell stärken“ und die Stiftungen der Sparkasse Holstein. „Es ist ein Experiment, eine neue Herangehensweise und ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt. Ich denke, dass alle Vorzeichen auf Erfolg deuten“, so Jörg Schumacher von der Sparkassen-Kulturstiftung.

Bei einem Rundgang zeigte er sich begeistert von den Exponaten. „Das macht richtig Spaß hier“, sagte er. „Auch, dass es uns gelungen ist, endlich mal eine Schule mit an Bord zu bekommen“, so Schumacher. Als „Reisebegleiter“ sind nämlich Schüler der Stormarnschule mit dabei. So zum Beispiel Eileen und Gorm. „Wir fühlen uns ganz gut vorbereitet und sind gespannt. Wir freuen uns auf die Aufgabe“, sagten sie.

Die Ausstellung hat ab 12. Januar bis 16 Februar jeden Mi., Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Extratermine für Schulklassen oder Kindergärten sind möglich.

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