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Frau & Beruf : Beratung – aber ganz individuell

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Birgit Harring-Boysen und Inke Stäcker informieren Frauen im Kreis Stormarn in der Beratungsstelle „Frau & Beruf“

„Vor 15 Jahren war der Arbeitsmarkt ein anderer als heute. Jetzt gibt es für uns andere Themen und Schwerpunkte“, sagt Marion Gurlit, Vorsitzende des Fördervereins für Arbeit & Bildung in Stormarn, Träger der Beratungsstelle „Frau & Beruf“.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Oldesloe hat die Arbeit „ihrer“ Beratungsstelle seit 15 Jahren fest im Blick und freut sich mit den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Birgit Harring-Boysen und Inke Stäcker über die erfolgreiche Arbeit des Projekts, das im Mai 1998 in der Kreisstadt an den Start ging.

„Wir waren eine der letzten Beratungsstellen von insgesamt elf in Schleswig-Holstein“, erzählt Birgit Harring-Boysen. Das war auch der Grund, warum das Stormarner Projekt „Frau & Beruf“ von Anfang an weniger Finanzmittel aus dem Fördertopf des Landes bekam, als andere. Auch die EU beteiligt sich an der Finanzierung der Beratungsstellen, die alle ein gemeinsames Ziel haben: Sie wollen die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. „Dafür arbeiten wir regional und landesweit vernetzt, um hilfesuchenden Frauen eine möglichst passgenaue und individuelle Beratung anbieten zu können“, so Birgit Harring-Boysen.

Die Soziologin ist von Anfang an als Projektleiterin dabei und kennt die Befindlichkeiten der Frauen vor Ort ganz genau. Da geht es um die Akademikerin, die nach einer Babypause möglichst schnell wieder beruflich durchstarten will, oder um eine alleinerziehende Mutter, die sich nach einigen Jahren Kinderpause beruflich neu orientieren will. In letzter Zeit kommen aber auch ältere Frauen in die Beratungsstelle, weil sie aus finanziellen Gründen gezwungen sind, nach Trennung oder Scheidung wieder arbeiten zu gehen. „Es sind die unterschiedlichsten Frauen, die bei uns Rat suchen“, sagt Inke Stäcker, insgesamt sind es etwa 1000 pro Jahr.

Es geht um ganz allgemeine Informationen zum beruflichen Wiedereinstieg, um Entscheidungsfindung und Planung konkreter Handlungsschritte. Eine ausführliche, persönliche Einzelberatung dauert mindestens eine Stunde, in den vergangenen 15 Jahren waren das fast 4000. Ein großer Vorteil für die Frauen ist es außerdem, dass die Beratungsstelle sehr persönlich, anonym und vor allem kostenlos arbeitet. „Wir sind zwar nur eine kleine Beratungsstelle und keine große Behörde, aber unser Vorteil ist, dass wir als mobiles Team im gesamten Kreis tätig sind“, sagt Inke Stäcker. So bietet Frau & Beruf regelmäßige Beratungen in Ahrensburg, Bargteheide, Barsbüttel, Glinde, Reinbek und Trittau an, denn viele Frauen hätten kein Auto und seien daher eher immobil.

Eine große Rolle spielt auch die Beratung bei einer geplanten Existenzgründung. „Die Frauen sind da meist sehr kreativ. Allerdings dauert es eine Weile, bis sie Fuß gefasst haben“, weiß Birgit Harring-Boysen.

Ansonsten gibt es eine gute und reibungslose Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, in dessen Haus B (Eingang Kathrine-Faust-Straße) Frau & Beruf seit drei Jahren beheimatet ist. Inke Stäcker und Birgit Harring-Boysen erarbeiten mit den ratsuchenden Frauen auch Bewerbungsstrategien, speziell für Onlinebewerbungen. „Viele Frauen haben Erwerbsbiografien im Zick-Zack-Kurs, da ist eine persönliche Beratung besonders wichtig“, weiß Marion Gurlit. Besonders glücklich sind die Beraterinnen, das sie bisher drei jungen Frauen einen Teilzeitausbildungsplatz bieten konnten. Einen großen Raum nimmt auch die Arbeit in den Internetportalen ein. Auf der Internetseite www.familie-und-arbeitswelt.de finden Frauen jede Menge Infos und Angebote rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Pro Jahr verzeichnen wir hier mehr als 270000 User“, freut sich Inke Stäcker.

Seit fünf Jahren bietet Frau & Beruf unter www.fub-stormarn.de auch Onlineberatung an. Regelmäßig organisieren die beiden Mitarbeiterinnen Weiterbildungskurse und Fachseminare, Infotage und Messen zu den unterschiedlichsten Themen, im vergangenen Jahr mit großem Erfolg auch eine Veranstaltung zur beruflichen Orientierung von Migrantinnen. Es gibt einen runden Tisch für Alleinerziehende und einen Stammtisch für Existenzgründerinnen und Selbstständige.

Nun hoffen die engagierten Beraterinnen, dass sie im kommenden Jahr von einer neuen Verteilung der finanziellen Mittel für die Beratungsstellen profitieren. „Wir sind seit kurzem im Wirtschaftsministerium angesiedelt. Nun hoffen wir, dass unsere Wünsche dort auch berücksichtigt werden“, so Birgit Harring-Boysen.


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erstellt am 30.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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