"Beobachter-Effekt" mit Blick von außen

Fasziniert von  Flüchtigkeit und fließenden Zuständen: Naho Kawabe vor dem Foto einer ihrer Installationen  Foto: Niemeier
Fasziniert von Flüchtigkeit und fließenden Zuständen: Naho Kawabe vor dem Foto einer ihrer Installationen Foto: Niemeier

Stipendiatin Naho Kawabe zeigt ihre Abschlussausstellung in Trittau

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02. April 2013, 03:59 Uhr

Trittau | Naho Kawabe aus Japan ist die 21. Künstlerin mit einem Jahresstipendium der Sparkassen Kulturstiftung Stormarn. Ein Jahr lang wohnte sie in der Trittauer Wassermühle und konnte im nahe gelegenen Atelierhaus arbeiten. Mit dem April endet ihr Aufenthalt, und zum Abschluss zeigt sie die Ausstellung "Observer Effect" in der Trittauer Wassermühle und im Foyer des Ateliershauses.

Zur Eröffnung an diesem Samstag um 16 Uhr sprechen Sigrid Kuhlwein, Mitglied im Fachausschuss der Stiftung, Claus Mewes, der Leiter des Kunsthauses in Hamburg und Dr. Johannes Spallek, der langjährige kulturelle Geschäftsführer der Stiftung.

Die 1976 in Fukuoka geborene Künstlerin die seit über zehn Jahren in Hamburg lebt, arbeitet mit ungewöhnlichen Materialien: Kohlestaub, Glas, Spitzengardinen, Kugeln, Bällen und Angelschnüren. Aus Licht und Schatten bildet sie Worte. Zudem ist Naho Kawabe Viodeoküpnstlerin, hat den Fluchtweg von Walter Benjamin über die Pyrenäen filmisch dokumentiert und Ruinen fotografiert, die der Tsunami im Norden Japans hinterlassen hat.

Naho Kawabe hat bildende Kunst an der Universität Musashino in Tokyo und anschließend der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert, wo sie 2006 ihr Diplom ablegte. Ihre Werke waren bereits in verschiedenen Ausstellungen zu sehen und wurden mehrfach ausgezeichnet Die Ästhetik im Werk von Naho Kawabe ist brüchig und ephemer, sie zeigt "die Gleichzeitigkeit von Hiersein und Dortsein", sagt die Künstlerin selbst.

Im Katalog, den die Kulturstiftung zur Ausstellung herausgibt, schreibt Ludwig Seyfarth: "Naho Kawabe zeigt uns die Welt gleichsam in einem anderen Aggregatzustand: nicht in ihrer physischen Festigkeit, sondern im Transitorischen, Flüchtigen, was sich auch in der Vorliebe für Materialien wie zum Beispiel Kohlestaub ausdrückt."

Ziel des Stipendiums ist es, "einen möglichst großen Freiraum für die Entwicklung von Neuem zu ermöglichen, ein positives stimulierendes Umfeld für die Stipendiaten zu schaffen und junge Künstler zu fördern", so der kulturelle Geschäftsführer der Siftung, Dr. Johannes Spallek. Zweites Ziel ist, öffentliche Aufmerksamkeit und Verständnis für zeitgenössische Kunst zu wecken und die Begegnung und Auseinandersetzung mit aktueller Kunst zu ermöglichen. Spallek: "Gerade das Ungewohnte und Neue haben es häufig schwer, verstanden und akzeptiert zu werden oder sich durchzusetzen. Neues erfordert Toleranz und: ästhetische Offenheit für unbekannte Standpunkte, aber auch: fachliche Urteilsfähigkeit, Sachkenntnisse und Erfahrungen."

Naho Kawabe, "Observer Effect", Atelierhaus und Galerie, Wassermühle Trittau

6. April bis 5. Mai, geöffnet: Samstags und Sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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