Trittauer Planungs-Desaster : Bela droht mit Schadensersatz

Zeigen den Plan und wundern sich: Geschäftsführer Christian Lahrtz mit Pressesprecherin Bärbel Hammer, und Juristin Dr. Susanne Will von Bartels-Langness.
Zeigen den Plan und wundern sich: Geschäftsführer Christian Lahrtz mit Pressesprecherin Bärbel Hammer, und Juristin Dr. Susanne Will von Bartels-Langness.

Wenn auf dem Meiereigelände ein Verbrauchermarkt entsteht, will Markant nicht mehr auf dem Schützenplatz bauen.

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06. Dezember 2014, 06:30 Uhr

Da ist der Geschäftsführer des geplanten Markant-Markt auf dem Schützenplatz richtig sauer. „So kann man mit uns nicht umgehen“, sagt Christian Lahrtz. Was in Trittau passiert, das sei ihm in seiner 15-jährigen Tätigkeit für die Firma Bartels-Langness (Bela) noch nicht passiert.

Grund der Verärgerung: Das Familienunternehmen, Bartels-Langness, das Famila- und Markant-Märkte betreibt, plant die Bebauung des Schützenplatzes seit fünf Jahren. Neben Markant sollte dort auch Aldi einziehen. Mit dem Discounter wurden bereits langjährige Mietverträge unterzeichnet. Zudem hatte Bela der Gemeinde Trittau zugesagt, die Straße „Zur Mühlau“ fertigzustellen und dafür auch Grundstücke angekauft. „An Grundstücks- und Planungskosten haben wir bereits jetzt 2,5 Millionen Euro ausgegeben, insgesamt beträgt das Investitionsvolumen neun Millionen Euro“, erläutert Lahrtz.

In der Zwischenzeit hatte allerdings Günther Süllau, Inhaber des Edeka-Marktes in Trittau, das alte Meiereigelände gekauft. Und dort plant er einen neuen Edeka-Markt, der doppelt so groß wie Markant werden soll. „Nach der negativen Stellungnahme der Landesplanung zu diesem Projekt waren wir sicher, dass die Kommunalpolitiker die Reißleine ziehen und das Projekt stoppen werden“, sagt Lahrtz, „aber es sieht nicht so aus.“

Das Land hatte ausdrücklich vor den negativen Auswirkungen für den Süden des Ortes gewarnt, wenn dort Edeka und Aldi schließen, und festgestellt, dass ein Verbrauchermarkt auf dem ehemaligen Meiereigelände die Planung auf dem Schützenplatz ad absurdum führen würde. Nach politischem Mehrheitswechsel ist von der Mehrheit aus CDU und Grünen die Meierei-Variante möglicherweise gewollt, waren doch diese Parteien schon immer gegen die Bebauung des Schützenplatzes. Der Richtungswechsel könnte aber teuer werden für die Gemeinde. „Wir behalten uns Schadensersatzforderungen und eventuell auch Forderungen wegen des entgehenden Gewinns vor. Das tragen wir nicht alleine“, sagt Lahrtz deutlich. Niemand könne davon ausgehen, dass Bela der Gemeinde erst eine Straße baue und dafür dann einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt werde. Er sei davon ausgegangen, dass man sich an Zusagen und Absprachen halte, „so wie es auch Usus in unserer Firma ist“, so Lahrtz.

Am Kauf des Meiereigrundstücks sei seinerzeit auch Bartels-Langness interessiert gewesen, berichtet der Geschäftsführer. In diesen Kaufverhandlungen sei immer von kleinen Fachmärkten gesprochen worden. „Dann ist Herr Süllau in die Verhandlungen gegrätscht und von Fachmärkten ist nicht mehr die Rede“, wundert Lahrtz sich. Trittau müsse sich entscheiden, sagt der Bela-Geschäftsführer: Entweder Markant mit Aldi und Fertigstellung der Straße oder Edeka ohne Straße.

„Das ist eine missliche Lage“, sagt Bürgermeister Oliver Mesch auf Nachfrage, „ich werde das Gespräch mit allen Beteiligten suchen.“ Lahrtz möchte einen Beschluss pro Markant in der Gemeindevertretung am 11. Dezember: „Dann fangen wir sofort an.“

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