zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 04:21 Uhr

Bad Oldesloe : Beim Operieren zugeschaut

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Millionen-Investitionen in Krankenhaus. Reges Interesse am Tag der offenen Tür in der Asklepios Klinik.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 06:00 Uhr

„Gar nicht so einfach so eine Laparoskopie.“ Da sind sich wohl alle Besucher eines OP-Saals der Asklepios-Klinik beim Tag der offenen Tür einig. Christopher Nanasow demonstriert den Gästen eindrucksvoll, wie mit den OP-Instrumenten minimalinvasive Eingriffe im Bauchraum vorgenommen werden – natürlich an einem Simulator. Über Monitore verfolgt der Chirurg den Eingriff. „Als in den 80ern die Umstellung vom offenen Operieren auf die Laparoskopie erfolgte, waren viele ältere Kollegen skeptisch. Doch das änderte sich schnell“, erzählt Dr. Georg Aschmotat, seit Oktober neuer Chefarzt der Chirurgie. Damals sprach man von „Menschenexperimenten“. Heute werden vor allem Eingriffe an Blinddarm, Galle und Dickdarm, Leistenbrüche sowie 20 Prozent der Krebs-Operationen mit der Laparoskopie durchgeführt.

Die Besucher versuchen, mit Blick auf den Bildschirm Gummibären mit den OP-Instrumenten zu bewegen. „Das ist ja alles falsch herum“, wundert sich ein Gast. Ein anderer schaut den Chirurgen bewundernd an. Sein Kommentar: „Das könnte ich nie!“ Immer und immer wieder versuchen es die interessierten Gäste – stets vergebens.

Weiter geht es am Medizinischen Versorgungszentrum mit regulärem Praxisbetrieb vorbei zur Abteilung Onkologie, wo Menschen mit Krebserkrankungen sich in ruhiger Atmosphäre behandeln lassen können. „Die Patienten brauchen nicht mehr nach Hamburg oder Lübeck zu fahren, sondern können die Chemotherapie hier vor Ort mit kurzen Wegen durchführen lassen“, so Pressesprecherin Nicole Brandstetter.

Nur ein paar Räume weiter hat Chefarzt Dr. Frank Hennersdorf in der Kardiologie gerade einen akuten Notfall versorgt. Der Operationssaal ist daher für die Besucher noch nicht freigegeben. „Wir bieten hier eine lückenlose und schnelle Notfalltherapie bei Herzinfarkt und akutem Koronarsyndrom“, erklärt er den Gästen.

Inzwischen habe sich die kardiologische Notfallambulanz etabliert: „Wir haben hier inzwischen 1000 OPs jährlich, 200 akute Notfälle.“ Im Juli kommt noch ein weiterer Facharzt hinzu.

Freundlich und hell präsentieren sich die Räumlichkeiten der Geriatrie im ersten Obergeschoss, die vor zwei Jahren komplett saniert wurden. Im Mai soll die neue Tagesklinik mit zehn Plätzen gleich nebenan eröffnet werden. Die Gäste hatten jetzt schon die Möglichkeit, sich ein Bild von den Therapieräumen und der Küche zu machen. „Ziel der Therapien in der Tagesklinik ist die Vorbereitung auf die Selbstständigkeit der älteren Patienten, die zwar noch zu Hause allein leben können, allerdings einer Behandlung bedürfen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Reichardt.

Individuelle Therapiekonzepte – Ergo- und Physiotherapie, gemeinsames Kochen, Logopädie, Werken – werden ausgearbeitet. Ein Fahrdienst holt die Patienten gegen 8 Uhr ab und bringt sie gegen 14.30 Uhr nach Hause. Eine tägliche Visite durch einen Facharzt soll optimale medizinische Versorgung über drei Wochen garantieren. Patienten genießen alle Vorteile eines Klinikaufenthalts, werden jedoch nicht aus ihrem häuslichen Umfeld gerissen.

Asklepios investiert sieben Millionen Euro in den Standort Bad Oldesloe, weitere sieben Millionen kommen als Fördermittel vom Land hinzu. „Wir haben hier und in der Geriatrie die beste medizinische Ausstattung“, so Reichardt. Und Chefarzt Dr. Dr. Ulrich Kuipers ergänzt: „Heute beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung einer Frau 89, die eines Mannes 81 Jahre. Darauf stellen wir uns medizinisch und therapeutisch ein.“ Ein neugeborenes Mädchen könne 100 Jahre alt werden, ergänzt er. Ein typischer Patient der Geriatrie sei über 80 und habe zehn verschiedene Diagnosen. Mit der neuen Tagesklinik verfügt die Klinik jetzt über 44 Betten für ältere Patienten. „Die Tagesklinik mit fester Struktur ist sehr beliebt – auch beim Personal wegen der festen Strukturen“, so Pflegedienstleiterin Bianca Nitsche.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen