Abschied : Begunk wirft beim WSV das Handtuch

Nicht mehr Trainer beim WSV Tangstedt: Bernd Begunk.
Nicht mehr Trainer beim WSV Tangstedt: Bernd Begunk.

Bernd Begunk ist nicht mehr Trainer der abstiegsbedrohten Verbandsliga-Fußballer des WSV Tangstedt. Der in Kiel lebende Familienvater stellte seinen Posten nach 14-monatiger Amtszeit zur Verfügung.

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28. November 2013, 12:30 Uhr

Am Wochenende war die Personalnot beim abstiegsbedrohten Fußball-Verbandsligisten WSV Tangstedt so groß, dass sich Trainer Bernd Begunk in der Schlussphase beim 1:5 gegen Pansdorf selbst einwechseln musste. Kurz nach dem Abpfiff hatte Begunk dann „die Faxen dicke“ – und zog die Reißleine. Nach 14-monatiger Amtszeit trat der in Kiel wohnende Familienvater von seinem Amt als WSV-Coach zurück. „Für mich ist Zuverlässigkeit das Wichtigste. Leider aber sehen das ein Großteil der Spieler wohl anders. Die Einstellung einiger passt mir jedenfalls gar nicht, deshalb habe ich einen Schlussstrich gezogen“, erklärte Begunk, der Manager Dieter Lehmann kurz nach dem Abpfiff seinen Entschluss mitteilte.

Vor der Saison hätten alle Spieler erklärt, den Anforderungen in der Verbandsliga mit dreimal Training pro Woche gerecht werden zu können. „Bei einigen waren das Lippenbekenntnisse. Immer wieder wurden andere Dinge in den Vordergrund gestellt, der Fußball spielte nur eine unter geordnete Rolle“, fühlt sich Begunk im Stich gelassen. „Wenn die Trainingsbeteiligung immer schlechter wird und wir an den Wochenende nur noch elf Spieler aufbieten können, weil ständig andere Dinge wichtiger sind, dann macht es für mich keinen Sinn mehr, drei bis vier Mal die Woche aus Kiel nach Tangstedt zu fahren. Ich habe immer eine professionelle Einstellung an den Tag gelegt, aber irgendwann geht es nicht mehr – dann, wenn von den Spielern nichts mehr zurückkommt.“

Manager Lehmann, der Begunk als Nachfolger des im Oktober des vergangenen Jahres zurückgetretenen Uwe Rupsch installiert hatte, versuchte am Sonntag zwar, den Kieler dazu zu bringen, „noch eine Nacht darüber zu schlafen“, doch für Begunk gab es kein zurück mehr.

„Bernd hat hier einen richtig guten Job gemacht, ich kann seine Entscheidung nachvollziehen – auch wenn sie uns natürlich vor eine neue Herausforderung stellt.“ Mittlerweile empfindet der WSV-Manager den Zeitpunkt der Trennung sogar als gar nicht so unpassend. „Die letzten beiden Spiele vor der Winterpause werde ich das Training leiten – danach haben wir alle Zeit der Welt, um einen Nachfolger zu suchen.“ Lehmann weiß allerdings: „Der Schuss muss sitzen, nach vielen Wechseln in den vergangenen Jahren wird es Zeit, dass wir Konstanz auf dieser Position bekommen. Mir schwebt ein erfahrener Trainer im Alter zwischen 40 und 50 Jahren mit einer Lizenz vor, der sich im Hamburger Fußball gut auskennt und den ein oder anderen Spieler mitbringt.“

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