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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 18:13 Uhr

Begegnungen und Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Interkultureller Herbst in Ahrensburg startet mit Jubiläums-Open-Air-Party / Live-Musik, Kabarett, Kleinkunst und Kulinarisches

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erstellt am 27.Aug.2014 | 12:40 Uhr

Mit einer Open-Air-Eröffnungsparty „Ü 700“ beginnt an diesem Sonntag der Interkulturelle Herbst 2014 in Ahrensburg. Von 13 bis 21 Uhr findet auf dem Platz hinter dem Marstall am Schloss ein Fest der Begegnung mit Live-Musik, Kabarett, Kleinkunst sowie internationalen kulinarischen Spezialitäten und anderen kulturell vielfältigen und bunten Angeboten statt.

Unter dem Motto „700 Jahre miteinander erleben in Ahrensburg – Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ laden 20 Organisationen und Initiativen zu Begegnungen, zu gemeinsamen Erlebnissen und zum Dialog ein. Die Schirmherrschaft für den Interkulturellen Herbst hat Bürgermeister Michael Sarach übernommen.

Viele Ahrensburger sind nicht hier geboren, sondern irgendwann angekommen. Sie kamen zu unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Gründen. Wie haben sie die erste Zeit in Ahrensburg erlebt? Was und wer hat das Ankommen erleichtert? Wodurch wurde es erschwert? Und wie erleben sie jetzt, dazu zu gehören? Zu diesen Fragen veranstaltet der Interkulturelle Gesprächskreis am Mittwoch, 29. Oktober, ab 19.30 Uhr einen Gesprächsabend im Peter Rantzau-Haus, der vielleicht manche Anregungen geben kann, wie Integration für alle gemeinschaftlich lebendiger und kommunikativer gestaltet werden kann.

Die Pächter der interkulturellen „Gärten der Begegnung“ in der Otto Siege-Straße im Gartenholz laden am Dienstag, 16. September, von 15 bis 16.30 Uhr zum „Tag der offenen Pforte“ ein. Am 3. Oktober folgt ein „Tag der offenen Moschee“ . Von 11 bis 17 Uhr lädt der Islamische Kulturverein ein, sich im Woldenhorn 5 über den Islam zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Regelmäßige Begegnungsmöglichkeiten bieten auch die „à table“-Treffen an der langen Tafel hinter oder im Marstall unter dem Motto „Jeder bringt etwas mit, alle teilen“. Die nächsten Termin sind der 14. September, der 12. Oktober und der 14. Dezember, jeweils um 18 Uhr.

Eine der herausragenden Veranstaltungen im Interkulturellen Herbst 2014 ist die Lesung der Autorin Susanne Orosz, die seit drei Jahren in Ahrensburg lebt. Am Freitag, 26. September, liest sie ab 19.30 Uhr in der Stadtbücherei aus ihrem Buch „Spiel mit dem Feuer“. In der Erzählung geht es um einen Jugendlichen aus Moldawien, der gegen den eigenen Willen mit seiner Familie nach Deutschland emigriert und sich hier nur schwer einlebt. Als Außenseiter findet er beim Sport einen Freund, durch den er aber in eine Spirale von Gewalt und Aggression gerät, bis er schließlich begreift, dass er Stellung beziehen muss und so zu sich selbst findet. Der Spendenerlös der Lesung kommt der Flüchtlingsarbeit in Ahrensburg zugute.

Am Donnerstag, 18. September, berichtet der Leiter der Gedenkstätte Neuengamme, Dr. Detlef Garbe, ab 19 Uhr im Peter-Rantzau-Haus über die kriegsgerichtliche Vollstreckung von Todesurteilen auf dem Höltigbaum-Gelände vor 70 Jahren. Am 9. November findet wieder ein Gang des Erinnerns statt, der um 14.30 Uhr beim Stolperstein für Anneliese Oelte, Hagener Allee/ Ecke Ernst Ziese-Straße, startet.

Der Interkulturelle Herbst bietet auch ein vielseitiges Film-Programm an. „Illegal“ berichtet am Mittwoch 17. September, über eine russische Mutter und ihren Sohn, die den Westen für die beste aller Welten halten. „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ dokumentiert am 15. Oktober den ehemaligen Hessischen Generalstaatsanwalt, der die ersten Auschwitz-Prozesse anstrengte. „Knowledge is the Beginning“ am Mittwoch 12. November, ist eine Doku über das von Daniel Barenboim aus Palästinensern und Israelis gebildete Jugendorchester. Alle Filme werden um 20 Uhr im Filmclub extra im Marstall gezeigt.

Die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen präsentiert in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten am Sonntag 15. November, im Rantzau-Haus „Staub auf unseren Herzen“. Der letzte Film mit Susanne Lothar erinnert an die furchtbare Schönheit eines ganz normalen Lebens in der Balance zwischen Tragik und Komik. Die Regisseurin des Films, Hanna Dose, ist bei der Vorführung ab 17 Uhr dabei und beantwortet beim anschließenden Büfett mit Musik Fragen zum Film.

Fünf preisgekrönte Spielfilme zeigt das Bruno-Bröker-Haus jeweils um 19 Uhr. „Müll im Garten Eden“ am 31. Oktober zeigt die Bedrohung eines Dorfes in der Türkei durch eine Mülldeponie , „Belgrad Radio Taxi“ am 7. November ist ein Film über die Wiederentdeckung der Liebe und die Lust am Leben, „Huhn mit Pflaumen“ am 14. November ein orientalisches Märchen aus dem Iran über einen Geiger und sein Instrument. „No man’s land“ am 21. November erzählt eine spannende Geschichte zwischen Hass und Freundschaft unter bosnischen und serbischen Soldaten im Balkankrieg 1993. „Versprich es mir“ am 28. November ist eine berührende Geschichte aus Serbien, um eine Kuh für die Brautwerbung, die ein Großvater seinem Enkel schenkt.

Ein weiterer Höhepunkt gegen Ende des Interkulturellen Herbstes ist die Live-Veranstaltung der Sarw-Band mit traditioneller persischer Musik in moderner Interpretation am Freitag 5. Dezember, ab 20 Uhr im Bruno Bröker-Haus.

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