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Stormarner Wochenschau : Bedenkzeit, Wahlzeit, Auszeit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verschwisterungen kosten Geld, Bürgermeisterwahlen kosten Nerven, den Blick in die Zukunft gibt’s gratis.

Bedenkzeit:

Städtepartnerschaften und Austausche sind schon eine feine Sache. Praktizierte Völkerverständigung. Dumm nur, dass sowas immer auch mit Kosten verbunden ist. Im Zuge von Haushaltsberatungen kann es dann leicht zum Schwur kommen. Sind die Verschwisterungen mehr als nur eine Plakette am Ortseingang und ein Stein vor dem Bahnhof? Grade in Zeiten, in denen das Geld knapp ist und klare Prioritäten gesetzt werden müssen, wird so etwas zum Prüfstein. Wie wichtig ist uns die Freundschaft mit Franzosen und Polen? 35  000 Euro wie von den Freundeskreisen Olivet und Kolberg gewünscht, oder doch nur 12  000 Euro wie von SPD und Grünen vorgeschlagen? Jetzt kann gefeilscht werden. Wollen wir für Kolberg und Olivet so viel ausgeben wie für Beer Yaacov in Israel? In Summe oder pro Kopf? Müsste es nicht billiger werden, wenn mehr Menschen am Austausch teilnehmen? Kann man dies nicht streichen oder jenes? Dummerweise geht genau das nicht, denn es lag kein Papier vor, aus dem ersichtlich gewesen wäre, was genau geplant ist. Oldesloes Bürgermeister hat das Konzept, aber Tassilo von Bary ist im Urlaub — übergeben habe er nichts. Schöner Mist.
Nun kann man natürlich schlau sagen: Die Freundeskreise hätten sich ja mal früher melden und abfragen können, wie groß die Bereitschaft ist, dafür ein paar Scheine auf den Tisch zu legen. Tja, leider zu kurz gedacht, denn vor ein paar Monaten hat noch niemand geahnt, welche Ausmaße die Flüchtlings-Misere annimmt, welche Millionen-Ausgaben da auf die Haushalte zugewalzt kommen. Jetzt hilft vermutlich nur noch eins. Hendrik Holtz von den Linken brachte es auf die einfache Formel: „Vertrauen wir einfach darauf, dass die Freundeskreise schon keinen unnötigen Luxus geplant haben werden.“

Wahlzeit

Es wird Zeit für die Urne. Die offizielle, städtische Präsentation der Ahrensburger Bürgermeister-Kandidaten war das achte Aufeinandertreffen der drei, allein zwei mal in dieser Woche. Mittlerweile könnte jeder den anderen vorstellen, so oft wie Sie den Lebenslauf ihres „Mitbewerbers“ schon gehört haben. So schön es ist, dass sich die Ahrensburger in diversen Veranstaltungen ein eigens Bild von den Kandidaten machen konnte, große inhaltliche Statements gab es nicht, und vermutlich durfte man die auch nicht erwarten. Es geht darum, einen guten Eindruck zu machen damit die Leute überhaupt zur Wahl gehen, und möglichst die von sich zu überzeugen, die in keiner Partei sind und auch noch nicht wissen, wen sie wählen. Wobei sowieso niemand weiß, warum in Schleswig-Holstein ausgerechnet hauptamtliche Verwaltungschefs direkt gewählt werden müssen. Bei der Landräten hat man es wieder abgeschafft. Und die Dorfbürgermeister durfte man noch nie direkt wählen, obwohl das nur bei ehrenamtlichen Politikern sinnvoll wäre. Da es so ist, wie es ist, darf man sich nicht wundern, dass den Bürgermeisterkandidaten Fragen gestellt werden, die nur die Stadtverordneten beantworten können. Aber es ist ja nur noch eine Woche bis zum ersten Wahlgang.

Auszeit

Ist das ein Selbstmord aus Angst vor dem Tod? Die Klangstadt-Macher setzen das erfolgreiche Open-Air Festival am Poggensee im nächsten Jahr aus – weil man das Glück nicht überstrapazieren und einen Rückschlag verhindern möchte. Das Open-Air war zwar der größte öffentlich sichtbare Erfolg der Initiative, deren eigentliche Ziel ist es aber, die Musikszene und die Bands der Region zu fördern und ihnen eine Bühne zu bieten. Das Open Air war eine Möglichkeit, aber die Organisation eines Festivals bindet auch eine Menge Kräfte. Und 2016 steht die Eröffnung des Oldesloer KuB an, in der Klangstadt eine wichtige Rolle spielt. Insofern ist die Festival-Pause keine Auszeit für die Macher, aber hoffentlich ausreichend für das nächste Poggensee Open Air 2017.

 

 

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