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Ahrensburger Kirchenstreit : Bauzaun vor St. Johannes, und die Glocken schweigen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach der umstrittenen Schließung von St. Johannes in Ahrensburg schafft die Kirchengemeinde Tatsachen. Vom Förderverein kommt heftige Kritik an dieser Maßnahme.

Vor der Johanniskirche soll ein Bauzaun aufgestellt werden. Gleichzeitig werden die Glocken abgestellt, die bislang noch mittags und samstag um 18 Uhr erklingen. Das hat der Kirchengemeinderat beschlossen. „Wir haben lange gedacht, dass wir um die Entscheidung herumkommen und die Schilder ‚Betreten auf eigenen Gefahr‘ reichen. Aber die Juristen und die Versicherung haben uns deutlich gemacht, dass uns das bei unbewohnten Gebäuden nicht von der Haftpflicht entbindet“, sagt Pastorin Anja Botta, Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Das Risiko, für Schäden oder Unfälle haftbar gemacht zu werden, sei zu groß. Hinzu komme Vandalismus. Wie Versicherungen agieren, hatte die Kirchengemeinde im vergangenen Jahr lernen müssen, als alle Kupferrohre gestohlen wurden. Geld von der Versicherung gab es nicht, „weil das bei unbewohnten Gebäuden als Vandalismus gewertet wird“, so Anja Botta.

Wenn in der kommenden Woche der Bauzaun in der Rudolf-Kinau-Straße aufgestellt wird, sollen auch die Glocken ausgeschaltet werden. Bei der Schließung der Kirche im Juni hatte man sich entschieden, sie weiter läuten zu lassen, damit der Schnitt „nicht als zu hart“ empfunden wurde. „Mittlerweile hat sich aber gezeigt, dass es ein sehr zwiepältiges Signal ist, dass die Schließung noch schmerzhafter macht oder eine Hoffnung signalisiert, die nicht mehr da ist“, sagt Anja Botta. Natürlich weiß die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, dass es nach diesen Beschlüssen „richtig Ärger geben wird, auch wenn wir die Menschen, die sich regelmäßig vor der Kirche treffen, nicht vertreiben wollen“.

Der Förderverein St. Johannes hat beide Maßnahmen bereits kritisiert und hält die Begründung für „vorgeschoben, um die jeden Sonntag vor der St. Johanneskirche im Freien abgehaltenene Andachten zu unterbinden“. Schließlich habe es selbst bei der Heiligabend-Andacht mit mehr als 400 Menschen keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit gegeben. „Hier werden Mauern errichtet anstatt miteinander zu reden“, sagen Klaus Tuch und Monika Robinson. Das Abschalten des Glockengeläuts wertet der Förderverein als „Versuch, ein symbolträchtiges Signal, das diese Kirche erhalten bleiben muss, auszuschalten.“

Für kommenden Sonntag ruft der Förderverein dazu auf, um 9.30 Uhr „massenhaft“ zur Andacht im Freien vor der St. Johanneskirche zu erscheinen.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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