zur Navigation springen

Betreuung : Baut Trittau das zweite Blaue Haus alleine?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bürgermeister Oliver Mesch mahnt, Differenzen nicht auf dem Rücken der Kinder auszutragen. Eltern übergeben Unterschriftenlisten.

Wie geht es weiter mit der Schulkinderbetreuung im Blauen Haus? Das beschäftigt zurzeit viele Eltern, die nicht wissen, ob sie ab dem kommenden Schuljahr eine Nachmittagsbetreuung für ihr Kind haben oder nicht. Bei der Arbeitsausschuss-Sitzung des Schulverbands übergaben etwa 50 Eltern eine Unterschriftenliste an den Ausschussvorsitzenden Stefan Burmester und die Schulverbandsvorsitzende Ute Agatz. Gefordert wird der Neubau oder eine andere verlässliche Regelung.

Die Vorgeschichte: Wegen des erwarteten höheren Bedarfs plante der Schulverband seit längerem den Bau eines weiteren Blauen Hauses für acht Gruppen auf dem so genannten B-Platz des Sportplatzgeländes. Die provisorische Betreuung in Klassenzimmern des Gymnasiums und der Grundschule ist nicht länger möglich, da die Räume dort benötigt werden. In einem Kompromiss wurde vereinbart, dass sich nur die Gemeinden an den Kosten beteiligen, die das Haus auch nutzen. Der Beschluss über die Einstellung der Haushaltsmittel kam Anfang Dezember aber überraschend nicht zustande, weil die Gemeinden dagegen votierten. Seitdem ist offen, ob es für alle Kinder Betreuungsplätze geben wird.

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch appelliert an alle Beteiligten, die Lage noch einmal abzuwägen. „Der Schulverband ist in der Verpflichtung, eine räumliche Lösung zu finden. Politische Differenzen zwischen den Gemeinden, dem Schulverband oder der Gemeinde Trittau sollten nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.“ Gleichzeitig appelliert er auch an die Politik, noch einmal abzuwägen, ob nicht Trittau allein den Neubau errichten und später an den Schulverband vermieten kann. Die Baukosten werden auf 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Den Eltern empfiehlt Mesch, sich trotzdem Gedanken über Alternativen zu machen, etwa die Gründung eines Vereins oder alternative Betreuungsmodelle. Denn im Gegensatz zu den Kindergartenplätzen für ab Dreijährige, die eine Gemeinde vorhalten muss, bestehe für die nachschulische Betreuung nur ein abgeschwächter und nicht einklagbarer Rechtsanspruch auf ein bedarfsgerechtes Angebot.

235 Kinder werden derzeit betreut, 63 stehen auf der Warteliste. Wie Schulverbandsvorsitzende Ute Agatz berichtet, hat der Arbeitsausschuss des Verbandes den Beschluss gefasst, die Gemeinde Trittau zu bitten, den Neubau zu tätigen und die Räume an den Verband zu vermieten.

Es sei allerdings unklar, wie viele Plätze wirklich benötigt werden. „Man weiß nicht, wie viele Eltern ihre Kinder abmelden. Zudem haben wir beim Kreis beantragt, die Aufstellungsgenehmigung für die gelben und blauen Container zu verlängern. Das würde auch schon Entlastung bringen“, sagt Ute Agatz, die sich eine schnelle Realisierung einer Lösung im Sinne der Kinder und Eltern wünscht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen