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Stormarner Tageblatt

25. September 2017 | 08:20 Uhr

Bad Oldesloe : Baut der Kreis Wohnungen?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Grundstück der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Bad Oldesloe wird doch nicht verkauft, um es für möglichen Wohnungsbau zu sichern.

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Der Verkauf der ehemaligen Landwirtschaftsschule in Bad Oldesloe ist erstmal wieder vom Tisch. Der Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss beschloss jetzt, die Veräußerungssabsichten nicht weiter zu verfolgen. Begründung: Man wolle sich das Gelände sichern, falls der Kreis eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründet. Kreispräsident Hans-Werner Harmuth hatte die Idee nach der Diskussion über einen Wohnlotsen für Stormarn aufgebracht.

Nach der Studie des Büro BPW Baumgart & Partner im Auftrag des Kreises wächst die Bevölkerung weiter. Die „Anpassungsstrategie für den Siedlungs- und Wohnungsbau im demographischen Wandel“ ging von plus 12  000 Menschen bis 2030 aus, die Prognose wurde von der Realität aber schon überholt. Die geforderten 11  000 zusätzlichen Wohnungen dürften also kaum reichen. Und selbst die sind nicht zu erreichen, weil nach den B- oder F-Plänen höchsten 8150 Wohnungen entstehen könnten.

Die größte Nachfrage gibt es in den Städten, dort gibt es aber auch die meisten Vorbehalte. Die Ahrensburger Politik hat aus dem F-Plan-Entwurf die meisten Potenzialflächen gerade wieder gestrichen. Dabei fehlt schon heute Wohnraum in Stormarn, besonders im preisgünstigen Segment und vor allem im Süden des Kreises und in den Städten Bargteheide und Bad Oldesloe.

Die Gutachter hatten auch einen „Wohnlotsen“ empfohlen. Daraus entstand auf Vorschlag des Kreispräsidenten eine interfraktionelle Arbeitsgruppe, die über das Ob und wie eines Kreis-Engagements befinden soll. „Ich bezweifele zwar, ob es tatsächlich 1000 zusätzliche Wohnungen im Jahr sein müssen, aber wir werden etwas tun müssen“, sagt Wolfgang Gerstand (CDU), der den Arbeitskreis einrichtete. Der soll sich mit der Frage befassen, ob eine kreiseigene Gesellschaft oder eine Genossenschaft mit den Kommunen sinnvoll ist, oder ob man diese Aufgabe besser extern vergeben sollte. Zur nächsten Sitzung ist deshalb ein Vertreter des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen eingeladen. Geschäftsführer des Vereins ist der ehemalige Innenminister Andreas Breitner.

Mit dem Nicht-Verkauf des Grundstücks Am Stadion liegen auch die Erweiterungspläne für die Beruflichen Schulen auf Eis. In der ehemaligen Landwirtschaftsschule sind Klassen der Oldesloer Berufsschule untergebracht. Rektor Rüdiger Hildebrandt hatte für einen Verkauf plädiert, um aus dem Erlös eine schnelle Erweiterung der Schule am Schanzenbarg zu finanzieren.

Vorerst bleibt es aber beim Februar-Kompromiss, dass die Berufsschulen in Ahrensburg und Bad Oldesloe je zwei Containerklassen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) bekommen. Zwar stimmte der Ausschuss zu, dass das Lehrerzimmer in Bad Oldesloe vergrößert wird. Der mittel- und langfristige Raumbedarf soll aber in einem Schulentwicklungsplan festgestellt werden, der bis Jahresende vorliegen soll. Auch wenn frühestens 2017 etwas beschlossen werden kann, käme man nicht in Verzug, sagt Kreisbauamtsleiter Klaus Kucinski: „Die Container in Bad Oldesloe dürfen bis 2019 stehen bleiben. Wir haben also die Zeit, etwas Neues zu bauen, wenn es beschlossen wird.“

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