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Oldesloer Umweltausschuss : Baumschutz – nur mit Satzung?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die SPD befürchtet, dass im sogenannten „Max-Karl-Schwarz-Park“ Bäume gefällt werden könnten, ohne dass die Stadt eine Handhabe hätte. Deshalb will sie die Baumschutzsatzung wiederbeleben. CDU und FBO sind dagegen.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 18:00 Uhr

„Man kann aus der alten Kamelle durchaus etwas schmackhaftes machen“, ist SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann überzeugt. Für den Umweltausschuss heute Abend hat ihre Fraktion den Antrag gestellt, eine Baumschutzsatzung zu erlassen. Keine neue Idee, sowas hatte die Stadt schon mal – von 1986 bis 2004, von rot-grün eingeführt und von schwarz-gelb abgeschafft. Jetzt soll ein neuer Anlauf gestartet werden.

Auslöser ist die Debatte um das Parkgelände am Stadion rund um die ehemalige Landwirtschaftschule. Bekanntlich will der Kreis einen Teil des Grundstücks für eine Million Euro verkaufen. Anlieger fürchten, dass der Kreis oder ein Investor dort kurzerhand Fakten schaffen könnte, indem er roden lässt. „Für mich ist es erschreckend. Wir haben dort keine rechtliche Handhabe, die Bäume zu schützen“, sagt Maria Herrmann. Ohne Satzung seien Bäume nur noch dann geschützt, wenn sie ortsbildprägend seien. Ausdrücklich stellt sie klar, dass Privatleuten damit nicht jegliches Roden untersagt werden soll. Sie hat alte Zahlen rausgekramt. „Während der Satzungs-Zeit wurden 537 Fällanträge gestellt. Davon wurden lediglich 73 abgelehnt“, berichtet sie: „Baumschutz ist eine kommunale Aufgabe, die nicht an der privaten Grundstücksgrenze aufhört.“ Trotzdem will sie die Bürger nicht bevormunden, sondern Verantwortung wecken. „Vielleicht können wir ja mit einem privaten Baumkataster anfangen, bei dem die Leute Bilder und Koordinaten ihrer Bäume hochladen“, regt sie an.

„Aus diesem Antrag spricht abgrundtiefes Misstrauen gegenüber den Oldesloern“, findet Horst Möller (CDU): „Sowas brauchen wir definitiv nicht.“ Seit der Abschaffung der Baumschutzsatzung habe es keinen großen Aufschrei über Fällaktionen gegeben. Das sei ein Beleg dafür, dass eine Baumschutzsatzung nur zusätzliche Beschäftigung für eine genug ausgelastete Verwaltung sei. Horst Möller räumt ein: „Vor 20 oder 30 Jahren mag das sinnvoll gewesen sein, aber inzwischen sind die Menschen sensibler geworden.“ Das sieht auch Annelie Strehl von der FBO so: „Die vergangenen Jahre haben bewiesen: Oldesloer hängen an ihren Bäumen und sind sensibel genug, um selbst zu entscheiden, ob ein Baum in ihrem Garten gefällt werden muss oder nicht.“

Für die Grünen ist die Sache klar. „Wir haben das im Wahlprogramm, selbstverständlich unterstützen wir den Antrag“, sagt Fraktions-Chef Wilfried Janson: „Es geht darum, sehr wertvolle alte Bäume zu schützen.“ Gerade für den „Max-Karl-Schwarz-Park“ würde eine Baumschutzsatzung allerdings nicht greifen. Deshalb verfolgen die Grünen noch einen anderen Weg. Sie haben für die nächste Sitzung des Bauausschusses den Erlass einer Veränderungssperre beantragt.

 

 

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