zur Navigation springen

Streit um einen Berg-Ahorn : Baumfällaktion sorgt für Ärger in Köthel

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Berg-Ahorn vor seinem Grundstück hat einen 86-Jährigen einfach gestört. Deshalb ließ er ihn fällen – ohne Erlaubnis. Jetzt hat der Bürgermeister gegen ihn Anzeige erstattet. Ein Dorf-Streit beginnt.

Köthel | Es klingt wie ein Schildbürgerstreich, was im 276 Einwohner zählenden Köthel (im Lauenburgischen) passiert ist: Ernst Machtan (86), pensionierter Studienrat, ließ einen Baum vor seinem Grundstück in der Grotkoppel kurzerhand abholzen, weil er ihn dort nicht länger haben wollte. Die Arbeit erledigten Mitarbeiter der Straßenmeisterei, die an der Hauptstraße um die Ecke mit Knickarbeiten beschäftigt waren.

Machtan, der mit seiner Frau seit vielen Jahren in Köthel in einem Bungalow auf einem etwa 3.000 Quadratmeter großen Grundstück lebt, hatte den Arbeitern offenbar erzählt, dass der Bürgermeister ohnehin das Fällen eben dieses Baumes angeordnet hätte.

„Jetzt hat die Gemeinde sogar noch Geld gespart und musste nicht extra eine Firma kommen lassen, die die Arbeiten ausführt“, ist Machtan vom Sinn seines Vorgehens überzeugt. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei hatten im guten Glauben gehandelt, dass alles in Ordnung sei.

Vor dem Machtan-Grundstück standen bisher unter und neben dem Bergahorn auch drei bepflanzte Waschbetonkübel. Die Blumenkübel ließ die Gemeinde entfernen, weil sie marode waren. Machtan glaubt sich zu erinnern, dass man ihm damals gesagt habe, nach den Blumenkübeln solle der Baum auch irgendwann wegkommen. Er habe jetzt nur die günstige Gelegenheit dafür genutzt.

Köthels Bürgermeister Timm Peters sieht das allerdings ganz anders. Während einer Gemeinderatssitzung habe man Machtan deutlich mitgeteilt, dass der Baum dort stehen bleiben soll. Aus gutem Grund, denn dort wolle die Gemeinde in der unmittelbaren Nähe ein „Tor“ bauen, das den Ortseingang verschönern soll. Und zu dem „Tor“ zählte man bei der Gemeinde auch den Bergahorn, den es jetzt nicht mehr gibt.

Bürgermeister Peters hat inzwischen Anzeige gegen Machtan erstattet. Auch das Amt Schwarzenbek Land soll laut Peters inzwischen prüfen, inwieweit Machtan den entstandenen Schaden ersetzen muss. „Sogar die Naturschutzbehörde soll Kenntnis von dem Fall haben“, erläutert Peters. Er jedenfalls werde das eigenwillige Handeln Ernst Machtans nicht hinnehmen. Er gehe davon aus, dass der 86-Jährige für den entstandenen Schaden aufkommen muss. „Wir wollen so einen Baum in etwa der gleichen Größe dort wieder gepflanzt haben. Da könnten für Ernst Machtan Kosten entstehen, die im fünfstelligen Bereich liegen“, betont Bürgermeister Peters.

Ernst Machtan sieht einem möglichen Rechtsstreit mit der Gemeinde Köthel gelassen entgegen: „Ich wollte den Baum hier nicht haben, den haben die dort gepflanzt, obwohl ich von Anfang an dagegen war.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Jan.2014 | 19:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen