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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:28 Uhr

Bauboom – trotz Lärm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Viele neue Familien ziehen ins Hamberger Neubaugebiet und sorgen für Ansturm auf die Grundschule

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 12:53 Uhr

Der Bauboom in Hamberge hält an – und dies, obwohl der kleine Ort vor den Toren Lübecks seit Jahren gegen Autobahnlärm und hohes Verkehrsaufkommen kämpft. 8  500 bis 9  000 Fahrzeuge fahren täglich durch das beschaulichen Dorf. Hinzu kommt der Lärm von der A  1 und A  20 sowie der B  75. Bürgermeister Paul Friedrich Beeck und sein Team haben die „Hamberger Lösung“ erarbeitet, die neben Lärmschutzwällen eine Autobahnauf- und abfahrt vor und hinter dem Ort vorsieht und so den Verkehr um Hamberge herumleiten soll. Trotz der Zustimmung des Bundesministeriums im Jahre 2010 liegen die Pläne jedoch noch immer auf Eis. Dies schreckt jedoch Neuansiedler nicht ab. Im Gegenteil.

„Wir haben 76 Grundstücke verkauft und rechnen mit 100 Wohneinheiten“, sagt Bürgermeister Paul Friedrich Beeck. Die Grundstücke sind erschlossen, die ersten Bauarbeiten beginnen. „Und wo junge Familien sind, sind auch viele Kinder. Dem muss die Gemeinde Rechnung tragen“, so Beeck weiter. Auswirkungen hat das auf die Kita Regenbogen, wo die Arbeiten für einen Anbau bereits begonnen haben, sowie auf die kleine Grundschule. Schon jetzt lernen dort 100 Schüler. Im vergangenen Jahr wurden erstmals seit langer Zeit wieder zwei erste Klassen eingeschult. Und das ist erst der Anfang des Schüleransturms.

„Für dieses Jahr haben wir bereits 39 Anmeldungen für die erste Klasse, so dass wir im nächsten Jahr bereits auf 115 Schüler insgesamt kommen“, so Schulleiterin Gudrun Wrage. Tendenz steigend. Der Bürgermeister geht sogar von 150 Schülern aus. „Man kann die Schülerzahlen nicht genau schätzen, aber wir müssen uns auf die Zukunft einstellen und weit vorausplanen“, sagt er. Noch in diesen Sommerferien sollen die Planungen für einen Schulanbau abgeschlossen sein. In den sechs Ferienwochen sollen die gröbsten Arbeiten in Angriff genommen werden: Aushub, Abriss des Hauses „Apfelwiese“, sowie das Schütten der Sohle. „Heutzutage mit den technischen Gerätschaften ist das schnell zu schaffen, so dass wir nach den Sommerferien mit den Feinarbeiten weitermachen können und so den Schulbetrieb nur wenig stören“, so der Bürgermeister.

Für die Kinderbetreuung „Apfelwiese“ muss bis dahin eine neue Unterkunft gefunden werden. Sie muss dem Anbau weichen. Beeck geht von drei neuen Klassenräumen und einer großen Mensa mit Küche aus. „Viele berufstätige Eltern nutzen das Angebot der Betreuung in der Schule bis 15 Uhr oder vielleicht sogar länger, in der Kita soll die Betreuung bis 17 Uhr gehen“, sagt er. Schulleiterin Gudrun Wrage und ihr sechsköpfiges Lehrer-Team begrüßen diesen Schritt: „Wir platzen hier aus allen Nähten.“ Die Gemeinde tue hier wirklich etwas für die Kinder, habe zum Beispiel den Schulbus angeschafft. Deshalb und weil ihr die kleine, aber feine Grundschule so ans Herz gewachsen sei, habe sie sich überreden lassen, nach fünf Jahren in Hamberge das Amt der Schulleiterin zu übernehmen. Sie rechnet langfristig mit acht bis neun Grundschulklassen. Ein positives Zeichen, denn noch vor wenigen Jahren stand der Erhalt der Grundschule auf der Kippe. Damals gingen nur 72 Kinder auf die Schule, meist waren es über die Jahre so um die 80 Kinder – das Minimum, damit eine Grundschule eigenständig bleiben kann. Gudrun Wrage: „Wir sind froh, dass es sich so positiv entwickelt hat.“ Viele Eltern folgten dem Trend, ihre Kinder in eine kleinere, beschaulichere Grundschule einzuschulen. „Wir sind hier ein tolles Team, auf das wirklich Verlass ist und das mit Leib und Seele den Lehrerberuf ausübt“ betont die Schulleiterin. Das zeichne die Hamberger Schule ganz besonders aus.

Wenn der Anbau fertig ist, kann sicherlich auch der Schulcontainer wieder abgebaut werden, de im letzten Jahr aus Platzmangel aufgestellt werden musste. 1,3 Millionen lässt sich die Gemeinde den Schulbau kosten. 5 Prozent der Kosten werden vom Wesenberger Ortsteil Ratzbek getragen. Die Hamberger Gemeindevertreter habe den Anbau beschlossen, nun müssen noch Schulverband und Amtsausschuss zustimmen. Beeck: „Da bin ich aber sehr zuversichtlich.“





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