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Ahrensburg : Bauausschuss stoppt das Lindenhof-Projekt – vorerst

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

60 Parkplätze sind für 62 Wohnungen, Gewerbe und Büros zu wenig. Die WAB beantragte

Es gilt nach der Alten Reitbahn als eines der wohl letzten „Filetgrundstücke“ in der Ahrensburger Innenstadt – die rund 10  000 m² große Fläche zwischen Woldenhorn, Bahnhofstraße und Wilhelmstraße schräg gegenüber vom Bahnhofsgebäude. Seit Jahren befassen sich Verwaltung und Fachausschüsse damit, das jetzt als Parkplatz genutzte dreieckige Areal für eine Bebauung freizugeben, um die „Lücke“ zwischen Innenstadt und Bahnhofsviertel zu schließen. Mittwochabend sollte der Bauausschuss den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 94 verabschieden – doch es kam etwas anders.

Zum Knackpunkt geriet die vom Investor vorgeschlagene Zahl der Tiefgaragen-Parkplätze: 60 Stellplätze für 62 geplante Wohneinheiten, dazu Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Arztpraxen – das erschien selbst der passionierten Radfahrerin Monja Löwer (Grüne) als zu wenig. „Wo sollen die Menschen denn parken, die dort einkaufen oder zu den Praxen wollen?“

Für Thomas Bellizzi von der FDP geriet die Vorstellung des Projektes gar zur „Märchenstunde“, mit jedem Projekt würden Parkplätze vernichtet, damit könne das Ziel einer attraktiven Innenstadt wohl kaum erreicht werden. Auch Rafael Haase (SPD) kritisierte die Planung, „wir haben stets gesagt, dass wir so ein Konzept nicht mittragen und dabei bleibt es auch – wir sind nicht gegen eine Bebauung, aber das Parkplatzkonzept stimmt nicht.“

Die WAB war es, die mit ihrem Antrag dem Bebauungsplan in seiner jetzigen Form einen Riegel vorschob: „Die Verwaltung soll beauftragt werden, im B-Plan Lindenhof eine erheblich höhere Anzahl von Stellplätzen festzulegen oder mit dem Investor eine angemessene Ausgleichszahlung für fehlende Stellplätze zu vereinbaren“, sagte Peter Egan (WAB): „Der Druck auf die Parkplatzsituation wächst immer mehr, auch auf der Alten Reitbahn werden Parkplätze wegfallen.“ Eine mögliche Ausgleichszahlung soll zweckgebunden für die Aufstockung des P+R-Hauses Alter Lokschuppen verwendet werden. Der Antrag wurde mit fünf Ja-Stimmen angenommen, die CDU enthielt sich. „Man habe immer gewusst, dass es zu wenige Parkplätze seien und jetzt kurz vor Abschluss gibt es diese Diskussionen“, ärgerten sich Tobias Koch und Carola Behr (beide CDU).

Thomas Bellizzi erinnerte daraufhin an den Architektenwettbewerb. Damals standen sechs Entwürfe zur Auswahl. „Ja, aber wir konnten keinen Entwurf ablehnen, ein Konzept musste gewinnen – wir hatten Nachbesserungen gefordert, aber nichts ist geschehen.“ Je nach Fraktion wurden zwischen 150 und 300 Parkplätze für das Lindenhof-Projekt (benannt nach dem früheren Restaurant und Hotel „Lindenhof“) gefordert, die Verwaltung hatte in ihrer Beschlussvorlage versucht, mit einem so genannten „Mobilitätskonzept“ einen Ausgleich zu schaffen: Rund 180 Fahrradstellplätze, zum Teil in der Tiefgarage, und zwei Ladestationen für Elektroautos in der Tiefgarage sind vorgesehen, zudem setzt die Verwaltung auf das Car-Sharing-System. Ein Konzept, so die Kritiker, das zwar gut sei, aber nur bedingt aufgehen könne. „In die Wohnungen werden auch Menschen einziehen, die nicht auf ihre Fahrzeuge verzichten wollen“, sagten Rafael Haase und Peter Egan unisono.

Eine zweite Tiefgaragen-Ebene scheidet nach Ansicht der Investoren wegen der Grundwassergefahr aus, ein Argument, das Rafael Haase sofort vom Tisch fegte: „In der Hamburger Hafen-City bauen sie Tiefgaragen auch im Wasser, natürlich geht das – aber das würde teurer werden.“ Geprüft werden könnte jetzt auch die Möglichkeit, Doppelparkplätze in der Tiefgarage zu bauen – mittels einer Bühnenmechanik parken dann zwei Fahrzeuge übereinander.

Nach Auskunft des Investors sei es durch die Verzögerung jetzt fraglich, ob noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden könne.



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