Bargteheides Kino gerettet!

Bürgermeister Dr. Henning Görtz
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Bürgermeister Dr. Henning Görtz

Verwaltung, Politik und Kinobetreiber einig: Der Spielbetrieb läuft weiter / Digitalisierung im Sommer

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23. April 2013, 11:03 Uhr

Bargteheide | Am Ende "Viel Lärm um nichts". Das hätte man auch leichter haben können, erklärte gestern Nachmittag Bürgermeister Henning Görtz und spielte damit auf das wochenlang laufende Bargteheider Kino-Drama an. Das mündet nun doch noch in ein Happy-End.

Das "Cinema Paradiso" im Kleinen Theater ist gerettet, der Spielbetrieb geht weiter. Darauf haben sich Verwaltung, Politik (CDU, SPD, WfB) und Kinochef Hans-Peter Jansen nach intensiven Gesprächen geeinigt.

Die Stadt gewährt über die bereits zugesagten 20 000 Euro weitere Investitionsgelder für die notwendige Digitalisierung. Darüber hinaus solle es ein Regelwerk geben, um einen vernünftigen Kinobetrieb gerade freitags, sonnabends und sonntags zu gewährleisten, sagte Hans-Peter Jansen: "Wenn ich nicht so viele Wochenend-Termine verliere, bin ich zufrieden." Aufgrund dieser Zusagen zog er seine Forderung auf jährliche Subventionen zurück und unterschrieb den Pachtvertrag für fünf Jahre.

"Es waren gute und glaubhafte Gespräche", so der Kino-Papst, der fünf weitere Filmtheater betreibt. Dass die Politik voll dahinter steht, hat ihn bestärkt weiterzumachen. "Mit dieser Einigung kann ich leben." Damit kann ebenso der Bürgermeister leben: "Ich bin zufrieden, dass es in Zukunft auch weiterhin Kino geben wird." Die Gespräche seien gut gewesen. Auch deshalb haben die Fraktionen mehrheitlich signalisiert, einer Erhöhung des Investitionszuschusses zuzustimmen, um damit die Finanzierungslücke trotz Fördermittel zu schließen.

Insgesamt verschlingt die Umstellung auf Digitalisierung zirka 100 000 Euro für die Technik und den Umbau des Vorführraums. Davon könnten 50 000 bis über 60 000 Euro durch Zuschüsse (Bund, Land, Filmverleiher) abgedeckt werden. Die Restsumme würde dann die Stadt übernehmen. Wenn alles seinen normalen Gang geht, könnte bereits in den nächsten Monaten umgestellt werden. Traditionell ist das Kino im Sommer drei Wochen geschlossen. In dieser Zeit, so Jansen, solle die Digitalisierung umgesetzt werden. Hört sich nach den verbalen Querelen der letzten Wochen wirklich klasse an. Ende gut, alles gut!

Eine entsprechende Vorlage wird die Verwaltung dem Finanzausschuss am 24. April und der Stadtvertretung am 16. Mai vorlegen.

Neben dem Cinema Paradiso (seit 2005 ) betreibt Hans-Peter Jansen noch fünf weitere Kinos: Koralle, Blankenese, Elbe und Studio in Hamburg sowie das Astra-Theater in Plön. "Für Elbe, Blankenese und Studio habe ich die Pacht gerade jeweils um 15 Jahre verlängert", so Jansen.

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