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Blüten immer im Blick : Bargteheider ein guter Beobachter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für Fritz Witten gab es jetzt die Wetterdienstplakette und einen Präsentkorb. Seit 25 Jahren hat der frühere Leiter des Umweltamtes die Natur im Blick.

„Am Klimawandel ist nicht mehr zu zweifeln.“ Das sagt Franz-Josef Löpmeier, der Leiter des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung beim Deutschen Wetterdienst. Seit dem Jahr 1800 stieg die Durchschnittstemperatur in Deutschland um ein Grad. Zu dieser Erkenntnis hat auch der Bargteheider Fritz Witten beigetragen. Für seine 25-jährige Beobachtungstätigkeit in der Natur wurde er jetzt mit der Wetterdienstplakette ausgezeichnet.

Phänologische Beobachtungen heißt seine Tätigkeit im Fachjargon. Witten meldet in der Wachstumszeit, wie sich Nutz- und Wildpflanzen entwickeln und wann sie zu blühen beginnen. Diese Meldungen schickt er per Fax ans Wetteramt in Leipzig. Mit ihm tun das etwa 1300 Beobachter, die ehrenamtlich für ein geringes Honorar tätig sind.

Aus diesen Beobachtungen wird unter anderem die Pollenflugvorhersage berechnet, um Allergiker zu warnen. Durch die eingewanderte und stark allergisch wirkende Ambrosia-Pflanze verlängere sich die Pollenflugzeit heute schon bis zum Oktober. Auch für die Land- und Forstwirtschaft sind die Vorhersagen sehr wichtig. Auch Witten bestätigt den Klimawandel: „Die Rapsblüte setzt heute früher ein und ist kürzer als früher.“

„Ich mag die Nähe zur Natur“, sagt Fritz Witten, „das ist eine ideale Beschäftigung für den Ruhestand.“ In der Regel ist er zu Fuß in der Bargteheider Feldmark unterwegs. Er prüft die Entwicklung der Pflanzen und meldet auch, wenn das Gras bei Trockenheit vergilbt. Das ist wichtig für die Einstufung der Waldbrandgefahr.

Unverständlich für ihn ist, dass das gefährliche Jakobskreuzkraut noch nicht auf seiner Beobachtungsliste steht. „Die Pollen sind giftig und können Leberschäden auslösen.“ Auch für den Honig sei ein zu hoher Pollenanteil davon bedenklich, weiß der frühere Hobbyimker. Das eingewanderte Kraut breite sich hierzulande rasant aus.

Für seine Arbeit erhielt er jetzt eine Plakette, ein Buchpräsent und auch die Stadt spendete ihrem ehemaligen Mitarbeiter einen Präsentkorb. Im Rathaus leitete Witten das Ordnungs- und Umweltamt. Der Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (CDU) lud ihn zu einem dreitägigen Berlinbesuch ein. Reichstag, Spreerundfahrt und ein Parlamentsbesuch stehen auf dem Programm.

„Wir erhalten jährlich Millionen von landwirtschaftlichen Anfragen per Fax oder Telefon “, sagt Löpmeier. Die Beobachtungen lieferten auch Grundlage für viele Studien und zukünftige politische Entscheidungen, etwa für Forstwirtschaft, Klimatologie, Pflanzenzucht und Landwirtschaft. Anpassungen an den Klimawandel stehen heute im Mittelpunkt.






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