zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:29 Uhr

Bargteheide : Bargteheide feiert Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was war zuerst da, Kirche oder Dorf? Das zeigte die Ausstellung über 700 Jahre Stadtgeschichte im Rathaus,

von
erstellt am 21.Sep.2014 | 13:39 Uhr

Huldvoll nimmt Gräfin Mirizlava die neue Chronik entgegen. „Doch was ist das schnödes Material, kein Pergament“, sagt die Dame aus dem 14. Jahrhundert. „Wir konnten leider nicht 700 Zicklein dafür schlachten, euer Gnaden“, entschuldigt sich Historiker Günther Bock bei der Gattin des Herrn über Bargteheide. „Zur 800-Jahresfeier drucken wir auf Pergament“, scherzt Bürgermeister Henning Görtz. Mit diesem Sketch begann Freitagabend die Ausstellung über 700 Jahre Stadtgeschichte.

Mirizlava war die spätere Gattin von Johann III., der 1314 den Landstrich kaufte, wo sich heute Bargteheide befindet. Die Kaufurkunde ist ältester Beleg für die Existenz der Stadt. Die heutige Darstellerin der Gräfin heißt Judith Bange und meistert gekonnt ihre Aufgabe als Repräsentantin eines mittelalterlichen Bargteheides.

Die Hintergründe über sie und den Kaufvertrag finden sich in der Broschüre, die Bock in Zusammenarbeit mit Stadtarchivarin Hannelies Ettrich gestaltet hat. Sie umfasst die Zeit bis ins ausgehende Mittelalter. Beide haben auch die Ausstellung kuratiert. Weitere Veröffentlichungen zur Geschichte Bargteheides Neuzeit sind geplant. „Zeitweise fristete Bargteheide eine Randexistenz“, sagt Hannelies Ettrich. Besonders die Verheerungen des Nordischen Kriegs 1713 hätten den Ort stark betroffen. „Aber er hat sich immer wieder aufgerappelt.“

Auf mehr als 40 großen Tafeln können im Rathaus Auszüge und mehr zur Bargteheider Geschichte besichtigt werden. Der Nationalsozialismus wird nicht ausgeblendet. Das Layout ist ansprechend und macht neugierig. Die Broschüre ist auch im Buchhandel und im Rathaus zu haben. Die 96 oft farbigen Seiten kosten 9,50 Euro. Die Auflage ist auf 1000 Exemplare begrenzt.

Am Sonntag spricht Günther Bock beim Festakt um 11 Uhr im Ganztagszentrum darüber, wie sich das Dorf entwickelt hat. Was war zuerst da, Kirche oder Dorf? „Keines, zuerst gab es eine Siedlung“, sagt Bock und lächelt über die Frage. Möglicherweise habe auf dem Kirchhügel schon ein Herrenhof gestanden. „Aber das ist eher Spekulation“, sagt er. Merkwürdig nennt er die Entfernung der Kirche vom Dorfzentrum, dem Anger.

Bürgermeister Görtz freut sich auf das Festwochenende. Der RBK organisiert einen zweitägigen mittelalterlichen Markt, am Sonntag öffnen viele Geschäfte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen