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Bargteheider Jubiläum : Bargteheide entdeckt seine Gräfin Mirizlava

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadt Bargteheide feiert den 700. Geburtstag mit einer Medaillen-Sonderprägung. Das Siegel der Gräfin Mirizlava dient als Grundlage

Selbst anwesend zu sein, wenn eine Medaille mit dem eigenen Konterfei präsentiert wird, ist historischen Persönlichkeiten selten vergönnt. Wichtigster Hinderungsgrund in vielen Fällen: Die Abgebildten sind oft seit hunderten Jahren nicht mehr unter den Lebenden. In Bargteheide schaute die auf der neuen Sonder-Medaillenprägung abgebildete Gräfin Mirizlava allerdings trotzdem bei der Präsentation vorbei und führte selbst in ihre Familiengeschichte ein. Der Trick war so einfach wie wirkungsvoll. Denn die Mitte des 14. Jahrhunderts verstorbene Gräfin war natürlich nicht per okkulter Magie in das Sitzungszimmern beschworen worden, sondern durch die Schauspielkunst einer jungen Bargteheiderin quasi zum Leben erwacht. Judith Bange (16) aus dem Ensemble des Kleinen Theaters hat sich der historischen Rolle angenommen und zeigte sich als lebendiges Ebenbild der in Gold und Silber verewigten Gräfin.

Die Idee zu der Medaille war Matthias Behr von der Raiffeisenbank und Bürgermeister Henning Görtz gekommen, als sie bei einem Gespräch zusammensaßen. „Eine solche Sonderprägung zum 700. Stadtgeburtstag erschien uns angemessen. Allerdings sollte sie ja nicht einfach nur so aussehen, wie die Ahrensburger Version, die den Grafen Johann III., Mirizlavas Mann, zeigt“, erklärte Matthias Behr.

Gemeinsam mit der historisch-wissenschaftlichen Expertise des Historikers Günther Bock – unter anderem Autor des Werks „Studien zur Geschichte Stormarns im Mittelalter“ – und Stadtarchivarin Hannelies Ettrich stieß man so auf ein Siegel der Gräfin Mirizlava, das als Grundlage diente. „Wir fanden es auch sehr schön, so den weiblichen Gegenpart zur Ahrensburger Prägung bieten zu können“, sagte Hannelies Ettrich.

Die technische Umsetzung übernahm die Spezialfirma Euromint. „Es soll ein schönes Andenken an die Feirlichkeiten sein und eben auch ein Stück Stadtgeschichte“, so Manfred Obermeier von Euromint. 700 Stück – passend zur Jubiläumszahl – werden in Feinsilber 999 hergestellt. „Ein Anteil bleibt Asche, damit die Medaille auch hübsch glänzt auf der Oberfläche. Das ist ein technischer Fakt“, erklärte Obermeier weiter.

Die Medaille soll es auch noch in einer goldenen Ausführung geben. Diese wird auf 70 Stück limitiert und nur auf Nachfrage produziert. „Eigentlich sollte hier der Preis mit 799 Euro pro Stück auch stabil sein. Aber wenn sich durch eine Krise der Goldpreis enorm ändert, könnte es da noch kleine Schwankungen geben“, merkte Obermeier an.

Verkauft werden die Münzen – die silberne Ausführung ist für 49 Euro ab sofort zu haben – von der Raiffeisenbank in Bargteheide.

„Ich freue mich, dass wir dieses schöne Projekt gemeinsam umsetzen konnten, und bedanke mich bei allen, die so tatkräftig mitgeholfen haben“, sagte Sabine Meurers von der Stadtverwaltung, die den kurzfristig verhinderten Bürgermeister Dr. Henning Görtz vertrat.


Hintergrund: Gräfin Mirizlava wurde vermutlich 1313 geboren. Sie heiratete 1327 den Grafen Johann III. von Holstein-Plön. Sie war eine Schwester der Frau von Johanns III älteren Bruders Gerhard IV, der 1314 auf seine Herrschaftsrechte zugunsten Johanns verzichtete. In dieser Urkunde wurde Bargteheide erstmalig erwähnt. Zunächst wurde ihre Ehe wegen zu naher verwandschaftlicher Verhältnisse angefochten. Im Jahre 1929 gab Papst Johannes XXII. aber seinen Segen.

>Drei Jahrzehnte herrschte Mirizlava anschließend mit ihrem Mann auch über Bargteheide. Sie hatte eigene Urkundensiegel. Eines diente als Grundlage für die neue Medaille.

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erstellt am 27.Aug.2014 | 19:30 Uhr

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