Feuer in Mehrfamilienhaus : Bargfeld-Stegen: Bewohner nach Großbrand obdachlos

Am frühen Morgen wurde das Ausmaß der Schäden langsam sichtbar. Die Bewohner stehen nun vor dem Nichts.
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Am frühen Morgen wurde das Ausmaß der Schäden langsam sichtbar. Die Bewohner stehen nun vor dem Nichts.

Ein umgebauter Bauernhof mit sechs Wohneinheiten brennt in der Nacht im Kreis Stormarn. 120 Feuerwehrleute kämpften bis zum Morgen gegen die Flammen. Vergebens: Die zehn Bewohner stehen vor dem Nichts. shz.de zeigt ein Video des Unglücks.

shz.de von
07. Juni 2014, 09:29 Uhr

Bargfeld-Stegen | Ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Bargfeld-Stegen (Kreis Stormarn) hat in der Nacht zu Samstag zehn Bewohner des Hauses obdachlos gemacht. Das aus ungeklärter Ursache ausgebrochene Feuer in dem Bauernhof mit sechs Parteien legte das Haus in Schutt und Asche. Bis in die Morgenstunden kämpften 120 Feuerwehrmänner aus acht freiwilligen Wehren gegen das flammende Inferno an. Durch die abgeschiedene Lage am Ortsrand gestaltete sich die Löschung schwierig. „Das Brandhaus steht mehrere 100 Meter vom Löschteich entfernt, zudem gibt es keine Hydranten in der Nähe, so Feuerwehrsprecher Andre Poser vor Ort. „Wir haben sofort den Alarm erhöht und wasserführende Fahrzeuge aus Ahrensburg und Bargteheide hinzugerufen“. Mit Wasserwerfern griffen die  Besatzungen der Tanker massiv in den Löscheinsatz ein.

Trotzdem gab es für das alte Bauernhaus keine Rettung mehr: Es brannte bis auf die Grundmauern nieder, alle sechs Wohnungen wurden völlig zerstört. Alle Bewohner des Hauses stehen zum Pfingstwochenende vor dem Nichts. „Wir haben alles verloren, wir haben nichts mehr, nur noch, was wir am Leib tragen“, sagte das Ehepaar Eleonore und Günter Lück. Sie stehen in der Nacht fassungslos und verzweifelt vor dem lichterloh brennenden Bauernhof am Rande vom Ortsteil Rögen. Bis vor wenigen Minuten hatten sie dort in ihrer Wohnung geschlafen, als sie durch Geräusche aufgeschreckt worden waren. „Wir hatten ein Knistern gehört, da rief mein Mann schon „Feuer, Feuer“, erzählt Eleonore Lück am Morgen, „ich habe es noch geschafft meine Papiere zu holen, mein Mann nicht, wir sind einfach sofort raus. So wie Ehepaar Lück retten sich auch acht weitere Bewohner aus den insgesamt sechs Wohnungen in dem zu einem Mehrfamilienhaus umgebauten alten Bauernhaus am Ortsrand. Es war eine Rettung in letzter Minute, denn als die alarmierte Feuerwehr eintraf, stand das gesamte Haus bereits lichterloh in Flammen.

Das Feuer hatte sich rasend schnell in der alten Bausubstanz ausgebreitet, so dass alle Wohnungen erfasst wurden. Bis zu 20 Meter hohe Flammen loderten aus dem Dach und auch aus den Fenstern. Nachbar Wolfgang Burow war ebenfalls durch Geräusche wach geworden und ist ebenso schockiert von dem Ausmaß: „Ich schaute aus dem Fenster und sah das Flammenmeer“, so Burow, „es ist furchtbar, sehen zu müssen, wie so ein großes Haus brennt, es ist einfach schrecklich für die Bewohner.“

Zwei Menschen wurden bei dem Brand leicht verletzt. Ein Mann, der auf Sauerstoff aus einer Flasche angewiesen ist, litt in der Nacht unter Atemnot. Die Flasche war jedoch im Haus und verbrannte. Er wurde von Sanitätern versorgt. Eine Frau erlitt aufgrund eines Schocks einen Schwächeanfall. Wie durch ein Wunder wurde jedoch niemand schwerer verletzt.

Bürgermeister Andreas Gerckens sagte gegenüber shz: „Von den zehn Hausbewohnern konnten sechs bei Verwandten und Bekannten unterkommen.“ Für die anderen vier Mieter seien Notunterkünfte zur Verfügung gestellt worden, sagte Gerkens.

Die Brandursache ist noch völlig unklar. Die Polizei kann die Brandstelle erst betreten, wenn das Feuer gelöscht und die Brandruine abgekühlt ist. Es entstand Sachschaden in noch nicht zu beziffernder Höhe.

Nach dem Hausbrand und der totalen Zerstörung eines sechs-Familien- Hauses in Bargfeld-Rögen in der Nacht zum 07.06.2014 hat die Gemeinde Bargfeld-Stegen zu einer spontanen Spendenaktion aufgerufen.

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