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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:56 Uhr

Stormarn: : Bald über 8000 Pflegebedürftige

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mehr als die Hälfte der Menschen werden zu Hause betreut / Bedarf an ambulanten Pflegemöglichkeiten nimmt weiter zu.

von
erstellt am 18.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Genau 7031 pflegebedürftige Menschen lebten 2013 nach Zahlen des Statistischen Landesamts im Kreis Stormarn. Das sind 825 oder 13,3 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Wenn die Entwicklung so weiterverlaufen ist, dürften es in diesem Jahr bereits 7966 Pflegebedürftige sein. Die steigende Tendenz sei jedenfalls klar zu erkennen, sagt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein und fordert deshalb: „Jetzt müssen die Weichen für eine gute Versorgung in der Zukunft gestellt werden“

Mit einem Bevölkerungsanteil von drei Prozent pflegebedürftiger Menschen lag Stormarn 2013 im Vergleich mit anderen Städten und Kreisen in Schleswig-Holstein im Mittelfeld. Der höchste Wert wurde mit 3,8 Prozent in Neumünster ermittelt, der niedrigste mit 2,6 Prozent in der Landeshauptstadt Kiel.

45 Prozent der Pflegebedürftigen wurden in Stormarn in stationären Einrichtungen versorgt. Nur in Lübeck sind noch mehr Personen in Heimen untergebracht. Entsprechend ist die Quote derer, die zu Hause versorgt werden, in Stormarn mit 55 Prozent deutlich geringer als im Landesdurchschnitt, wo sie 61 Prozent beträgt.

In mehr als jedem dritten Fall (35,6 Prozent) übernahmen Angehörige die Pflege, jeder Fünfte (19,4 Prozent) wurde im eigenen Haus ambulant versorgt. „Die Bedeutung der ambulanten Pflegedienste wird weiter zunehmen. Die Unterstützung für Bedürftige und deren Angehörige wird immer wichtiger. Mit der Pflegereform hat der Gesetzgeber bereits Schritte in die richtige Richtung unternommen“, sagt Brunkhorst.

„Dauerhafte häusliche Pflege kostet körperlich wie seelisch viel Kraft und geht nicht selten an die Grenzen der Belastbarkeit“, sagt auch Martin Hänel vom der Kaufmännische Krankenkasse in Lübeck (KKH). Doch auch wenn viele wissen, dass sie Anspruch auf Urlaub haben, „schreckt manch einer davor zurück, den Menschen dafür zur Kurzzeitpflege in einem Heim unterzubringen“, so Hänel.

Dabei könne die so genannte Verhinderungspflege das Mittel der Wahl sein. Sie ermöglicht, dass der Pflegebedürftige von einer Ersatzkraft in den eigenen vier Wänden versorgt wird. Die Ersatzpflege kann von einem Pflegedienst ebenso übernommen werden wie von Verwandten oder Nachbarn.

Seit Januar haben pflegende Angehörige Anspruch auf bis zu sechs Wochen Urlaub. Diese Zeit der Verhinderungspflege kann am Stück oder über das Jahr verteilt genommen werden. Es gibt zwei Voraussetzungen: Es muss eine Pflegestufe geben, und die Person muss mindestens ein halbes Jahr im häuslichen Umfeld gepflegt wurden sein. Kosten für die Ersatzpflege werden bis zu 1612 Euro im Jahr übernommen, je nach Pflegestufe und danach, wer die Aufgabe übernimmt. „Ein naher Angehöriger erhält in der Regel weniger Geld als ein ambulanter Pflegedienst“, sagt Martin Hänel. Anträge können bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden.

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