Reinfeld : Bahnhof bald barrierefrei

Dirk Teubler und Jan Gutsdorf (r.) von der Deutschen Bahn begutachten die Bauaarbeiten am Reinfelder Bahnhof.  Fotos: schlüter
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Dirk Teubler und Jan Gutsdorf (r.) von der Deutschen Bahn begutachten die Bauaarbeiten am Reinfelder Bahnhof. Fotos: schlüter

Die Bauarbeiten am Reinfelder Bahnhof liegen genau im Zeitplan und sollen bereits Mitte Juli beendet sein.

shz.de von
22. März 2017, 06:00 Uhr

Die Bauarbeiten für einen barrierefreien Bahnhof schreiten zügig voran. „Wir sind genau im Zeitplan und werden – wenn nicht wirklich Unvorhergesehenes dazwischen kommt – am 10. Juli fertig sein“, so Dirk Teubler, Leiter des Bahnhofsmanagements. Die Deutsche Bahn investiert insgesamt 2,8 Millionen Euro in die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Bahnhofsanlage. 100  000 Euro steuert der Bund bei. Allein die Überführung kostet satte 900  000 Euro, die beiden Aufzüge zu den Gleisen weitere 750  000 Euro.

Den günstigeren HVV-Anschluss im halbstündigen Takt nutzen täglich 3600 Passagiere. Der Bahnhof der Karpfenstadt ist der letzte Bahnhof mit über 1000 Passagieren in Schleswig-Holstein, der barrierefrei wird. Schon im Sommer können Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen und Menschen mit Handicap ohne Probleme die Gleise erreichen. Das Ärgernis – die oft überschwemmte, ständig beschmierte und schmutzige Unterführung zu den Gleisen – gehört bald der Vergangenheit an und wird zugeschüttet. Das historische Bahnhofsgebäude soll aber erhalten bleiben und renoviert werden. Darin befindet sich außerdem die Gleis- und Weichentechnik.

Die neue, moderne Überführung wird eingehaust, bietet also Schutz vor Wind und Wetter. „Parallel dazu entstehen neue Sitzbänke und Wetterschutzhäuschen“, so Teubler. Außerdem wird die alte Überdachung über den Gleisen abgerissen und durch eine moderne Dachkonstruktion ersetzt. Lorenz Hartwig, Vorsitzender des Bauausschusses, lobt die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn: „Alle Beteiligten haben sich an Absprachen gehalten und kurze Wege genutzt.“

Die Kosten für die Anbindung des Bahnhofes an die Holländerkoppel und den südlichen Teil der Stadt muss die Stadt Reinfeld selbst übernehmen. Richtung Holländerkoppel entstehen neue P & R-Plätze sowie eine dritte Treppe als Bahnhofszugang, zusätzliche Fahrradstellplätze sind geplant. Lorenz Hartwig hofft, dass mit den Arbeiten bereits dieses Jahr begonnen werden kann. Auch die Bahnquerung liege nicht mehr in ganz so weiter Ferne, denn alle Vorbereitungen für das Brückenprofil vom Bahnhof bis zur Feldstraße stehen. Auch der neue Kreisverkehr im Gewerbegebiet sowie der Ausbau der Feldstraße seien in trockenen Tüchern. Die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung liege jetzt endlich vor. Die Ausschreibungen könnten bald beginnen.

Hartwig rechnet für das Brückenprojekt mit einem einstelligen Millionenbetrag, genaue Kosten könne er noch nicht abschätzen. „Das Problem ist, dass wir das Geld in den Haushalt einplanen müssen und erst nach Fertigstellung der Baumaßnahmen die Förderungen bekommen“, so Hartwig. 40 Jahre hat es gedauert, bis nun endlich Schwung in das Projekt Bahnquerung kommt. Hartwig: „Wir wollen in den nächsten drei Jahren damit fertig sein.“

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