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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 11:56 Uhr

Ammersbek : Baggern für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwei Welten im Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor geschaffen.

Vor vier Jahren hatte das Projekt Froschland – auf Initiative des Nabu Ammersbek – ein verschlammtes und zugewachsenes Kleingewässer in einen offenen Weiher von knapp 40 Metern Durchmesser verwandelt. Da das Gewässer fern von Straßen unzugänglich in der Kernzone des Naturschutzgebietes Heidkoppelmoor liegt, besteht nicht die Gefahr, dass badende Hunde Sediment aufwühlen, den Amphibienlaich zerstören, oder dass die Frösche und Kröten in Wanderungszeiten überfahren werden.

Der Heideweiher hat sich schnell zu einem Eldorado für bedrohte Pflanzen und Amphibien entwickelt: Am sandigen, sonnenbeschienenen Ufer sind Pflanzen ausgekeimt, die es früher gab, als das Gebiet noch Heide war. Darunter finden sich seltene Arten aus der Zwergbinsengesellschaft wie Igel-Seggen, die Sand-Binse oder die Gelb-Segge.

Aber nicht nur besondere Binsen und Seggen haben das Gewässer erobert. Auch Kammmolche wanderten ein und sogar Knoblauchkröten, die in Deutschland stark gefährdet sind. Um diesen Erfolg fortzusetzen, regte der Nabu an, ein zweites Gewässer anzulegen. Die Untere Naturschutzbehörde war einverstanden, die Volksdorfer Försterei war begeistert. Es handelt sich um unbewaldete Hamburger Forstflächen auf schleswig-holsteinischem Gebiet. Forstleiter Johannes Noffke setzt sich hier für Naturschutz ein. Jetzt kam Melanie Schubert von Froschland: Zusammen mit Baggerführer Erhard Litzendorf wurde ein flacherer, kleiner Bruder für den Heideweiher geschaffen. Er ist als Tümpel ausgelegt, ein Kleingewässer, das regelmäßig im Sommer oder wenigstens alle paar Jahre austrocknet. Damit wird eine Besiedlung mit Fischen, den Fressfeinden von Kaulquappen, verhindert. Auch manche Libellenarten wie Binsenjungfer oder Heidelibellen bevorzugen Tümpel.

Der betreuende Nabu-Biologe Thomas Behrends: „Nun haben wir hier im Heidkoppelmoor zwei Welten entstehen lassen: die der dauerhaften Weiher und Moore und die der temporären Tümpel für jeden Neuankömmling und für konkurrenzschwache Arten. Im Frühling geht es den Kaulquappen und Libellen dann richtig gut.“

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