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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 23:33 Uhr

Badomat lässt die Puppen schießen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Badomat-Theaterstück „Freiheit für Oldesloe“ kämpfen Dänen und Preußen als knuffige Puppen gegeneinander

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 12:12 Uhr

„Jetzt gehen wir in die heiße Phase. Wir haben nur noch sechs Wochen bis zur Premiere“, sagt Sven Lenz und das Lampenfieber steigt. Der Hamburger Regisseur und Autor des Open-Air-Stücks „1848 – Freiheit für Oldesloe“, das der Verein „Bad Oldesloe macht Theater“ (Badomat) am 15. Mai im Hof des Bürgerhauses uraufführen wird, ist sehr zufrieden mit dem bisherigen Probenverlauf seines 30-köpfigen Ensembles. Es ist eine Riesenleistung aller Beteiligten, die sich seit einem halben Jahr zwei mal pro Woche treffen, um intensiv und konzentriert zu proben. Das große Team blickt gespannt auf den nahenden Wonnemonat, denn zwischen dem 15. und 24. Mai soll das Theaterstück insgesamt neun mal aufgeführt werden.

„Das Stück ist im Prinzip fertig. Jetzt gibt es noch mal einen großen Schnitt für unser Puppentheater“, erzählt Sven Lenz. Es gibt nämlich zwei besondere Szenen, in denen insgesamt sechs Puppen die Hauptrolle spielen. Die putzig anzusehenden Darsteller aus Stoff stammen aus der Fabrikation der Firma „Living Puppets“ aus Bergedorf, die die rund 80 Zentimeter großen Protagonisten dem Theaterverein schenkte. „Die Puppen kamen nackig zu uns, wir haben sie alle passend eingekleidet“, sagt Uta Theissen, die zusammen mit Marianne Klinksiek die Kostüme für je zwei dänische und preußische Soldaten und das dänische Königspaar nähte. „Wir haben uns die Uniformen und Kostüme alle selbst ausgedacht, als Vorlage hatten wir Fotos von Soldaten in historischen Uniformen“, erzählt Uta Theissen, die in erster Linie die Schnitte anfertigte, während Marianne Klinksiek Hosen, Jacken, Schuhe und Mützen nähte. Außerdem wurden die Gesichter des dänischen Königspaares - König Frederik VII. und seine Gemahlin Gräfin Danner – etwas „operiert“. Nach mehr als 60 Stunden mühsamer Handarbeit erinnern die beiden nun stark an die bekannten Figuren Kermit und Miss Piggy aus der Muppet-Show, was auch eindeutig beabsichtigt ist. „Unsere Idee ist es, die Kriegsszenen, in denen dänische gegen preußische Truppen kämpfen, als Puppentheater darzustellen“, sagt Sven Lenz. Die Soldaten kommen auf Steckenpferden daher, aber es wird natürlich auch geschossen und gekämpft.

Je zwei Kinder bewegen die Hände und Köpfe der Puppen, was nicht einfach ist und viel Konzentration und gutes Zusammenspiel erfordert. Die beiden dänischen Soldaten werden von den Schwestern Anna (10) und Jule Steinbach (13) gespielt, die beiden preußischen Soldaten mit ihren Pickelhauben von Franziska Scholze (15) und Emma Vosgerau (9). Alle vier stehen zum ersten Mal auf der Bühne und übernehmen noch weitere kleine Rollen in dem rund zwei Stunden langen Stück. Die Puppen agieren stumm, denn ein Kommentator (Robin Koch) wird die Zuschauer durch das dramatische Geschehen führen.

Die Kulissen für die Puppentheaterszene wurden von Kindern der Kita St. Vicelin angefertigt, die die Entwürfe von Nadine Strehl fleißig mit Farbe und Pinsel umsetzten. Auf rund drei Meter langen und 1,40 hohen Stoffbahnen wurden drei verschiedene Szenenbilder mit unterschiedlichen Landschaften gestaltet: eine Stadt, das Meer sowie eine Wiese mit Bäumen. Die Kinder trugen die Stofffarbe mit dicken Pinseln auf. „Wir haben versucht, dass jeder mal den Pinsel in die Hand nehmen und malen durfte“, sagt Nicole Brandstetter, Vorsitzende des Fördervereins der Kita St. Vicelin, den Ilona Rehme vom Verein Badomat um Hilfe bei der Kulissengestaltung bat. Die Kleinen brauchten nur zwei Tage für die Umsetzung, und so entstand ein toller Hintergund für die Puppenbühne – quasi ein „Theater im Theater“.





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