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Bad Oldesloe : Badestellen – hier top, dort Flop!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Reinfelder Herrenteich blühen die Blaualgen, doch in Bad Oldesloe hat der Poggensee sehr gute Wasserqualität.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Die Badestelle am Reinfelder Herrenteich musste kürzlich wegen einer Blaualgenblüte geschlossen werden. Die massenhaft auftretenden Cyanobakterien können beim Schlucken des Wassers zu Durchfall und anderen Erkrankungen führen. Ganz anders der Oldesloer Poggensee. Das beschauliche Naturfreibad weist eine ausgezeichnete Wasserqualität auf. Doch das war längst nicht immer so. Ähnlich wie jetzt an der Badestelle am Herrenteich vermieste noch vor einigen Jahren in heißen und trockenen Sommern eine nach Schwefel stinkende Blaualgenblüte das Badevergnügen, bisweilen trieben auch tote Fische auf der Wasseroberfläche des knapp neun Hektar großen Sees. Doch inzwischen hat sich die Badewasserqualität grundlegend verbessert und wird vom Gesundheitsamt des Kreises als „ausgezeichnet“ eingestuft.

Das Wasser an der Badestelle am südlichen Ufer des Poggensees ist zumindest am frühen Vormittag noch sehr klar. Schlamm oder Algen sind im Wasser des etwa 100 Meter langen Sandstrands nicht zu sehen. Noch vor einigen Jahren hatte der kleine See nicht gerade den besten Ruf unter Schwimmern, die deshalb lieber auf den Neversdorfer Teich auswichen, um dort ein paar Runden zu drehen. Das hat sich inzwischen geändert. „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen von Sportschwimmern und Vereinen“, freut sich Kalle Duch, der als Rettungsschwimmer am Poggensee arbeitet und bei gutem Wetter täglich mehr als 400 große und kleine Besucher beaufsichtigt.

Die Qualität des Wassers habe sich sehr gebessert, bestätigt auch Hans Jochim Stolten, der großen Anteil daran hat. Jahrelang kämpfte der Seefelder dafür, dass der Poggensee eine Tiefenwasserableitung bekommt, um das phosphat- und sedimentreiche, schlammige Wasser vom Grund des Sees abzuleiten. Der wenig strukturierte See hat ein recht kleines Einzugsgebiet von nur rund 200 Hektar und ist deshalb eine Art „Nährstofffalle“, denn ein natürlicher Wasseraustausch findet kaum statt. Es gibt nur wenig Schilfröhricht, außerdem liegt der See sehr windgeschützt, so dass es kaum Wasserverwirbelungen gibt. Auf Grund der Nährstoffanreicherung und großer Schlammmengen, die sich in dem bis zu acht Meter tiefen Seetrog ansammelten, kam es regelmäßig zu Algenblüten, und das Tiefenwasser war extrem sauerstoffarm.

Um dem entgegen zu wirken, wurde vor fünf Jahren in einem landesweiten Pilotprojekt eine etwa 200 Meter lange und 20 Zentimeter dicke Rohrleitung zur Ableitung des Tiefenwassers am tiefsten Punkt des Poggensees bis zum eingestauten Seeablauf installiert, die bei Zulauf das nährstoffreiche, sauerstoffarme Tiefenwasser herausdrückt. Hinter dem Abfluss sammelt sich das schlammige Wasser und wird dort durch eine Pumpe zwangsbelüftet.

„Der Bakterienfilm auf dem Tiefenwasser war hier zuerst richtig schwarz“, weiß Hans Jochim Stolten, Sprecher des Umwelt- und Energieausschusses der Stadt. „Wenn man die Sedimente aus der Tiefe nicht abführen würde, dann würde der Poggensee langsam verlanden. Das ist wie eine Biogasanlage ohne Rührwerk“, erklärt der CDU-Stadtverordnete, der mit seiner Frau Elke seit neun Jahren in Seefeld lebt und sich seitdem in der Umweltpolitik engagiert. „Ich habe all die Jahre dafür gekämpft, dass der Poggensee als Badegewässer erhalten bleibt und freue mich, dass sich mein Einsatz gelohnt hat“, so der Landwirt und Rentner, der dafür plädiert, die Tiefenwasserableitung auch ganzjährig laufen zu lassen, denn auch im Winter finden Umsetzungen im Schlick des Poggensees statt, die den Sauerstoffgehalt soweit reduzieren würden, dass sich im unteren Bereich keine Fische mehr aufhalten können.

„Inzwischen ist der gröbste Dreck wohl raus. Dass wir jetzt trotz Hitze und Trockenheit keine Blaualgenblüte haben und unsere Füße beim Baden sehen können, verdanken wir der Tiefenwasserableitung“, ist sich Stolten sicher.


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