Backen zum Kirchenfest

Einzeln   wurden die Laibe von Kai Haack in den alten Lehmbackofen geschoben.    Foto: Mehlert
Einzeln wurden die Laibe von Kai Haack in den alten Lehmbackofen geschoben. Foto: Mehlert

Agethorster schieben 50 Brotlaibe in ihren 150 Jahre alten Lehmofen

Avatar_shz von
01. Juli 2013, 03:59 Uhr

Agethorst | Im Rahmen des 150-jährigen Bestehens der Heiligen-Geist-Kirche in Wacken wurde in Agethorst gebacken. Die Familie Boe nahm ihren ebenfalls 150 Jahre alten Lehmbackofen noch einmal in Betrieb. Bereits am frühen Morgen hatte sich dort das Backteam, dass auch alljährlich am Himmelfahrtstag zum Brotbacken zusammenkommt, eingefunden.

Vor einem gemeinsamen Frühstück unter freiem Himmel heizten Back- und Brandmeister Helmut Wrage und Dieter Springen mit klobigen Holzscheiten den Ofen an. "Schließlich dauert es vier bis fünf Stunden, bevor der Ofen die richtige Temperatur erreicht hat und die geformten Laibe hinein geschoben werden können", erklärte Wrage. Die richtige Temperatur sei erreicht, wenn sich die Steine an der oberen Ofenkante weiß verfärbten.

Somit blieb den fleißigen Bäckern um Kai Haack jede Menge Zeit, die rund 50 Brote zu formen und mit Dekor zu verarbeiten. Damit alle Brote auch das gleiche Gewicht hatten, wurde der Teig portionsweise gewogen. Bevor die hellen, dunklen und körnigen Leckereien dann in den Ofen konnten, musste die Glut herausgeholt werden. Diese Aufgabe übernahm Helmut Wrage. Mit einem langstieligen "Gloottrecker" zog er die Glut heraus, die sofort mit Wasser gelöscht wurde. Anschließend wurde mit dem nassen Jutefeudel der Staub aus dem Inneren des Ofens entfernt. "Jetzt kommt der Hitzetest", sagte Wrage und hielt eine alte Zeitung in die Mitte des Ofens. "Fängt die Zeitung Feuer, ist der Ofen zu heiß", erklärte er den Zuschauern, die gespannt auf das Ergebnis warteten und sich anschließend die mit Schmalz und mit der von Maren Haack angefertigten Kräuterbutter beschmierten Brote schmecken ließen.

Eingebettet in das Jubiläum war zudem ein Open-Air-Gottesdienst mit Pastorin Petra Schneider. Bürgermeister Dirk Michels freute sich über die große Resonanz und erläuterte, dass der Backofen im Jahre 1863 außerhalb der Hofstätte errichtet worden sei und bis in das Jahr 1949 von den örtlichen Landwirten genutzt wurde. "Danach geriet der Ofen ein wenig in Vergessenheit - bis Liebhaber wie Helmut Wrage den Ofen im Jahre 1988 liebevoll restaurierten".

Anschließend wurde das Jubiläum mit Musik und einem Umtrunk gefeiert. "Der Ausschank ist kostenlos", teilte Bürgermeister Michels allen Besuchern mit und bat jedoch um eine Spende zu Gunsten der Flutopfer.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen