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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 08:26 Uhr

Bach historisch und international

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Musikstudent aus Lütjensee organisiert eine besondere Aufführung mit Studenten der Hochschule für Musik & Theater

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Ein junger Musikstudent aus Lütjensee hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: „Ich möchte mit meinen Kommilitonen aus aller Welt das Weihnachtsoratorium von Bach auf historische Art gestalten“, berichtet Julian Rohde (23), der im Hauptfach Gesang im siebten Semester in Hamburg studiert. Die Idee entstand im vorigen Jahr, als er selbst einem Weihnachtsoratorium lauschte, für ihn „wichtiger als Geschenke“.

„Dann organisier mal“, meinte sein Vater nur, selbst Berufsmusiker als Solo-Oboist an der Hamburger Staatsoper, ebenso wie die Mutter, die im Opernchor Lübeck singt. Und das macht Julian nun seit Oktober und ist seitdem in Weihnachtsstimmung, obwohl er neben den täglichen Proben noch etliche Stunden Organisation in sein Projekt steckt.

Für seinen Bachelorabschluss bringt dieses Projekt die erforderlichen Credit Points, doch das war für ihn nicht entscheidend. „Ich singe seit meinem siebten Lebensjahr im Chor, mit neun Jahren das erste Mal in der Kantorei, habe auf der Stormarnschule Ahrensburg in sämtlichen Chören mitgewirkt und fühle mich der Kirche verbunden. Daher die Idee, den Orgelneubau zu unterstützen“.

Das Weihnachtsoratorium im Januar? Das ist eines der historischen Elemente der Aufführung: „Die Weihnachtszeit beginnt für die Kirche eigentlich erst am Heiligabend mit der Geburt von Jesus und dauert bis Februar. Daher ist eine Weihnachtsaufführung zu diesem Zeitpunkt in Bachs Tradition“, erklärt Kantorin Barbara Fischer. Zudem wird nicht ein großer Chor singen, sondern „nur“ 22 Personen, die auch wechselweise Soloparts übernehmen. Zehn Studenten und das Vocalensemble „Alte Musik“ der Hochschule für Musik & Theater bilden den Chor. Desweiteren wirkt das Hochschulorchester mit 27 Personen sowie die Dirigenten mit. „Der kleine Chor bietet viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten“, sagt Julian Rohde.

„So hat Bach es auch geschrieben, eingebettet in sein Umfeld und ganz normale Gottesdienste“, erläutert Barbara Fischer. Die Orgel der Kirche ist für diese Aufführung schon nicht mehr geeignet, daher haben die Studenten eine Variante ohne Orgel gewählt. Intensiv haben sie sich auch inhaltlich mit der Aussage des Werks beschäftigt.

Das Oratorium markiert das Bergfest der Orgelsammlung: Die Hälfte des erforderlichen Betrags von 300 000 Euro ist schon durch viele Spenden und Aktionen auf dem Konto. Von der Aufführung versprechen sich die Organisatoren etwa 5000 Euro an Eintrittsgeldern, was einer halben Orgelpfeife entspricht. Die jungen Künstler erhalten keine Gage.

In Hamburg wird das Weihnachtsoratorium am 11. Dezember in der Andreaskirche in Harvestehude und am 16. Dezember in der Martin-Luther-Kirche Alsterdorf aufgeführt. In Trittau findet das Konzert „Jauchzet, frohlocket“ am Mittwoch, 8. Januar, um 19 Uhr in der Martin-Luther-Kirche statt. Der Eintritt kostet 18, ermäßigt 12 Euro. Der Vorverkauf hat begonnen. Vorverkaufsstellen: Kirchenbüro, Buchladen Anja Wenck, Bücherecke Hagedorn.

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