zur Navigation springen

Bushaltestelle bei Sülfeld : Babyleiche in Mülleimer entdeckt: Es war ein Mädchen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Sülfeld wird am Donnerstag ein toter Säugling entdeckt. Wie kam das Baby zu Tode? Die Ermittlungen laufen.

Sülfeld | „Abfälle“ steht an dem kleinen Papierkorb aus Drahtgeflecht. Darin steckte der tote Säugling. Grausiger Fund an der Bundesstraße 432 in Sülfeld (Kreis Segeberg): Bauhof-Mitarbeiter haben am Donnerstag gegen neun Uhr die Leiche des Neugeborenen bei der wöchentlichen Leerung der Mülleimer. Das bestätigte Karl-Heinz Wegner, Bürgermeister der Gemeinde, und korrigierte damit erste Meldungen, Passanten hätten das Baby gefunden.

Nach sh:z-Informationen handelt es sich um ein Mädchen, das eingewickelt unter Unrat lag. Die beiden Männer riefen schockiert die Polizei. Der Bürgermeister fuhr selbst zum Fundort. „Da sah ich meine Mitarbeiter, wie sie auf der Straße standen und zitterten. Die waren völlig fertig“, so Wegner.

Petra Schmöker (56) kam mit dem Bus zur Haltestelle, als gerade die ersten Polizisten und der Notarzt eintrafen: „Die Beamten haben eine Silberfolie des Rettungsdienstes über den Papierkorb gelegt.“ Wenig später rückten Ermittler der Mordkommission und der Spurensicherung an. Feuerwehrmänner errichteten ein Zelt über dem gelben Wartehäuschen. Gegen 13 Uhr trugen dann ein Ermittler und ein Bestatter das tote Baby in einem Sarg für Erwachsene aus dem Zelt. Es wurde in die Kieler Gerichtsmedizin gefahren.

Der Säugling soll noch keine Verwesungsspuren zeigen. Birgit Heß, Sprecherin der Kieler Staatsanwaltschaft: „Wir führen Ermittlungen zur Herkunft des Säuglings und zur Todesursache. Eine Obduktion soll klären, ob das Baby bei der Geburt gelebt hat und wenn ja, wie es gestorben ist.“ Der tote Säugling wird unter anderem geröntgt, um mögliche Frakturen zu finden. Die Ergebnisse der Obduktion werden für den heutigen Freitag erwartet.

Es wäre nicht der erste Fall im Norden, in dem ein Säugling von seiner Mutter getötet wurde – aber noch nie ist ein Baby so öffentlich abgelegt worden. Das lässt auf eine Panikreaktion schließen. „Man mag sich gar nicht vorstellen, wie verzweifelt die Mutter des Kindes gewesen sein muss“, sagt der Bürgermeister. In trauriger Erinnerung ist der Fall einer Mutter (29) aus Husum, die fünf ihrer Kinder gleich nach der Geburt erstickt oder mit einer Schere erstochen hat. In Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) tötete und versteckte eine Mutter (39) drei ihrer Babys.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 12:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert