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Trittau : B 404: Dreispuriger Ausbau steht einer A 21 nicht im Weg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ob und wann die Autobahn kommt ist völlig offen. 2017 könnte Baubeginn für Überholspur in Höhe Lütjensee sein.

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erstellt am 07.Jan.2016 | 17:50 Uhr

„Das wäre ein Riesenerfolg, wenn die A  21 in den Bundesverkehrswegeplan kommt“, sagt Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter für Stormarn-Süd. Kiel hatte den Ausbau der B  404 bis zur Elbquerung bei Geesthacht angemeldet. Enak Ferlemann, CDU-Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium hatte vor kurzem durchblicken lassen, dass sich Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) vorstellen könne, eine A  21 bis zur A  39 bei Lüneburg in den weiteren Bedarf mit Planungsrecht aufzunehmen.

„Darüber wäre ich schon froh“, sagt Brackmann, der vor einem Jahr scharf kritisiert hatte, dass das Land den 404-Ausbau zur Autobahn zwischen A24 und Geesthacht nicht anmelden wollte. Aber selbst wenn die A  21 jetzt in den Plan kommt, wäre das nicht das, was Wirtschaftsvertreter aus der gesamten Region gefordert hatten.

Die Handelskammer Hamburg, die Industrie- und Handelskammern Braunschweig, Hamburg, Lübeck, Lüneburg-Wolfsburg, der Nordland-Autobahn-Verein und des ADAC Hansa hatten die „Pro-A21-Initiative“ gegründet, um Öffentlichkeit und Politik die Bedeutung einer östlichen Umfahrung Hamburgs deutlich zu machen, die mindestens fünf Autobahnen miteinander verbinden und einen dynamischen Wirtschaftsraum erschließen würde.

Die IHK zu Lübeck sieht die (mögliche) Aufnahme der A  21 in den weiteren Bedarf weniger positiv wie Brackmann. „Wir brauchen die östliche Umfahrung. Mit der Aufnahme in den weiteren Bedarf hätte das Projekt keine Aufwertung erfahren“, sagt Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. Bevor Ende Februar der Entwurf für den Bundesverkehrswegplan beschlossen wird, hat die IHK deshalb noch mal Bundestagsabgeordnete zu einem Info-Frühstück zur A  21 eingeladen.

Mit Projekten im Straßenbau tut sich Schleswig-Holstein aber nicht nur bei der A  21 schwer. „Auch 2015 wurde kein Meter Straße gebaut, weil es einfach keine baureifen Projekte im Land gibt“, klagt Norbert Brackmann. Den Seeadler-Horst, der die A20-Planung weiter verzögert, hätte es dazu nicht mal gebraucht.

Auch beim dreispurigen Ausbau der B  404 mit wechselseitigen Überholfahrstreifen gab es in diesem Jahr keine sichtbaren Fortschritte. Die Abschnitte zwischen der A  24 und Trittau sind fertig, die Brücke an der Anschlussstelle Trittau Nord vor einem Jahr freigegeben. „Die Unterlagen für den Bauabschnitt zwischen Lütjensee/Schönberg bis Lütjensee/Grönwohld befinden sich in der Planfeststellung“, sagt Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck (LBV). Er hofft auf Baubeginn im nächsten Jahr – „wenn alles glatt geht“. Für das letzte Stück zwischen Sprenge und Hammoor sind die Unterlagen in der Vorbereitung.

Als das Projekt für Überholfahrstreifen und der unfallträchtigsten Strecke des Landes im Frühjahr 2007 vorgestellt wurden, gingen die Planer optimistisch davon aus, dass man 2010 mit dem letzten Abschnitt beginnen könnte. Nun dürfte es mindestens 2020 werden.

Ein Ausbau zur A21 wird selbst dann noch länger auf sich warten lassen, wenn das Projekt in den vordringlichen Bedarf kommt. Die Dreispurigkeit steht einer A  21 allerdings nicht im Weg, im Gegenteil. „Der Ausbau erfolgt so, dass die Brücken und die dritte Spur für eine spätere Autobahn genutzt werden können“, sagt Brackmann.

Die Brücken der B  404 waren seinerzeit auf Autobahnbreiten ausgelegt worden, weil die Strecke vor mehr als 30 Jahren mal im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gestanden hat. Breit genug sind sie, „für eine Autobahn müsste dann natürlich eine zweite Brücke gebaut werden,“ so Sommerburg. Im Zuge des dreispurigen Ausbaus werden alle Bauwerke untersucht, „ob sie ertüchtigt werden können oder ob ein Neubau wie in Trittau wirtschaftlicher ist“, so Sommerburg. Im Abschnitt zwischen der Kreisstraße 31 bei Grönwohld und der Landesstraße 92 bei Dwerkaten steht bereits fest, dass eine Brücke erneuert werden muss.

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