AWSH telefoniert wieder selbst

Iris Höger (42) aus Trittau arbeitet im Service-Center.  Foto: rob
Iris Höger (42) aus Trittau arbeitet im Service-Center. Foto: rob

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18. Dezember 2009, 09:43 Uhr

Bad Oldesloe | Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Holstein (AWSH) holt ihr Call-Center zurück. 2004 war der telefonische Service an eine Firma in Magdeburg vergeben worden. "Das ist nicht schlecht gelaufen. Wir wollen es aber qualitativ verbessern", so AWSH-Sprecher Olaf Stötefalke. Zurzeit laufen bereits 70 Prozent der Anfragen in Lanken auf, ab Januar werden es alle sein.

Die Kosten für das Service-Center, in dem 14 Frauen und zwei Männer arbeiten, bezifferte Geschäftsführer Dennis Kissel auf 450000 Euro: "Für das Callcenter hätten wir noch mehr bezahlen müssen." Rund 120 000 Anrufe und 30 000 Mails und Faxe kommen pro Jahr bei der AWSH an, im Winter mehr, im Sommer weniger. "Hauptkampftage" sind Montag und Dienstag.

"Unser Ziel ist es, 80 Prozent der Anrufe innerhalb von 20 Sekunden zu beantworten. Das nicht immer möglich sein. Montags zwischen 9 und 11 Uhr scheinen die Kunden ein besonderes Kommunikationsbedürfnis mit uns zu haben", so Dennis Kissel. Trotz des Wechsel bleibt die kostenfreie Telefonnummer gleich: (0800) 2974001.

Eine weitere Neuerung im neuen Jahr sind die Öffnungszeiten den Recyclinghöfe. Hauptanliefertag ist der Sonnabend, obwohl bislang nur alle zwei Wochen vier Stunden geöffnet ist. Ab Januar werden die Öffnungszeiten um eine Stunden verlängert (9 bis 14 Uhr). Zudem wechseln sich benachbarte Recyclinghöfe ab, so dass auch samstags einer immer erreichbar ist: Bad Oldesloe und Reinfeld, Bargteheide und Ahrensburg, Stapelfeld und Trittau.

Besondere Regelungen gibt es für Reinbek und Reinfeld. In der Karpfenstadt bleiben die Türen künftig donnerstags geschlossen. Reinbek wird dagegen an allen Samstag öffnen. Es ist der mit Abstand am stärksten frequentierte Recyclinghof in Stormarn. In der Südstormarner Stadt wird rund drei Mal so viel Material angeliefert wie in Bad Oldesloe. Auch wenn die Recyclinghöfe ein Kostenfaktor sind, der über die normalen Gebühren mitfinanziert wird, sinken im nächsten Jahr die Abfuhr-preise um vier bis fünf Prozent. "Die Gebühren konnten auch in den vergangenen Jahren gesenkt werden. 2010 liegen wir unter den Preisen des Jahres 2000", so Geschäftsführer Dennis Kissel.

Die Senkung war möglich, weil die Preise für die Müllverbrennung in Stapelfeld an die allgemeine Preisentwicklung gekoppelt, die fast bei Null lag und die AWSH den Sortiervertrag mit der AWSH kündigte.

Der war 1992 geschlossen worden, erwies sich wegen der Mülltrennung aber als zunehmend unnötig. Weil damals eine Laufzeit von 24 Jahren vereinbart worden war, musste die AWSH für den vorzeitigen Ausstieg allerdings 2,25 Millionen plus Umsatzsteuer hinblättern. Die konnten aber größtenteils aus der Rücklage beglichen werden, im Haushalt macht sich die jährliche Ersparnis von rund 750000 Euro deshalb schon 2010 bemerkbar.

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