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Bad Oldesloe : Ausschuss berät Lösung für Fahrrad-Not am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ständer, Boxen oder ein ganzes Haus – wie sollen Stellplätze für Pendler am Bahnhof geschaffen werden? Darüber berät der Oldesloer Bauausschuss am Montag.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Eigentlich schien das Thema schon erledigt, stattdessen steht es nächsten Montag erneut auf der Tagesordnung des Oldesloer Bauausschusses: Um die Platzprobleme der Radfahrer am Oldesloer Bahnhof in den Griff zu bekommen, hatten die Mitglieder des Bauausschusses bereits im April einstimmig beschlossen, dass zwei so genannte Radhäuser im Umfeld des Bahnhofs gebaut werden sollen. Damit würden 240 Fahrradstellplätze geschaffen, die diebstahlsicher und wetterfest sind. Anhand einer bei der Stadt geführten Warteliste und wild geparkten Fahrrädern war das als ungefährer Bedarf ermittelt worden.

Doch wer meinte, dass kurz drauf die Bagger anrollen könnten, der sah sich gewaltig getäuscht. Bislang gibt es nämlich noch immer keinen Standort. Zwei potenzielle Bauplätze für die Radhäuser waren angedacht gewesen: Ein Zipfel im vorderen Bereich des neuen Parkplatzes hinter dem ZOB oder links vom Bahnhofseingang auf der P&R-Anlage Richtung Ratzeburger Straße.

Auch wenn die Radhäuser grundsätzlich nur wenig Grundfläche benötigen, der rechte Standort war dann doch zu klein und der linke war dem Fachmann der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) mit 200 Metern zu weit weg. Und wenn die LVS nicht zustimmt, gibt es keine Fördergelder. Also hat sich die Bauverwaltung auf die Suche nach Alternativen gemacht. Am 6. Oktober sollen sie ab 19 Uhr im Bauausschuss vorgestellt und diskutiert werden. Eines wird beim Blick in die Beschlussvorlage ziemlich schnell deutlich: Aus den beiden bereits beschlossenen Radhäusern wird wohl doch nichts. Wenn überhaupt käme sowas nämlich nur im Bereich zwischen den Gleisen 4 und 5 in Frage. Doch das, so die Aussage der Verwaltung, werde baulich aufwändig und damit teuer, zudem habe der Denkmalschutz Bedenken angemeldet. Eine Verkleinerung der Bushaltebuchten zum Bau einer Fahrradstellanlage komme nicht in Frage, da Autokraft das ablehne.

Stattdessen wurden diverse andere Varianten locker vorgestellt. Innerhalb des Parkhauses gebe es beispielsweise drei Möglichkeiten. Die bisherigen Fahrradboxen könnten durch platzsparendere Exemplare ausgetauscht werden. Dann könnten entweder die bereits vorhandenen Fahrradständer neu angeordnet werden oder sogar in diesem Bereich ein Bereich „eingehaust“ werden – Zutritt nur mit entsprechender Berechtigung. Zusätzlich wären Schließfächer für die Unterbringung von Helm und Regenkleidung möglich. Ein Vorschlag sieht vor, den Fahrradbereich komplett einzuzäunen und nur Fahrradständer aufzustellen.

Außerdem steht zur Diskussion, ob so genannte Hochparker zum Einsatz kommen sollen. Damit können auf gleicher Fläche deutlich mehr Fahrräder untergebracht werden. Weil sie schwierig zu handhaben sind, hatte das Fahrradforum sie bereits abgelehnt.

Zwischen den Gleisen könnte als Alternative zu einem Radhaus ebenfalls eine Einhausung mit oder ohne Dach gebaut werden. Für die dort bereits aufgestellten Boxen müsste dann ein neuer Platz gefunden werden.

Vorab hatte sich auch das Radfahrerforum abermals mit der Problematik befasst. Der bisherige Fahrradbereich im Parkhaus soll so bleiben wie er ist, lediglich etwas Aufhübschung mit Licht und Farbe sei wünschenswert. Nach Auffassung des Gremiums sollen 80 weitere Stellplätze an der Parkhausrampe angelegt werden. Um den Bedarf decken zu können, müssten weitere 160 Plätze zwischen den Gleisen geschaffen werden – wie das geschehen soll, macht das Forum von den Fördermitteln abhängig.

Die P&R-Plätze für Autofahrer im Bahnhofsumfeld sind kostenlos. Für Debatten könnte deshalb die Frage sorgen, was die Radfahrer zukünftig für Stellplätze zahlen sollen.

 

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